Kreis Düren: Ausbildungsbörse in der Arena mit 70 Firmen

Kreis Düren: Ausbildungsbörse in der Arena mit 70 Firmen

Das Vorstellungsgespräch ist wie ein Date: Der erste Eindruck ist entscheidend und vom Scheitel bis zur Sohle sollte an dem Tag alles perfekt sein. So sieht es zumindest Bewerbungstrainerin Irmgard Barth.

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„Wichtig ist aber auch, authentisch und ehrlich aufzutreten und die eigenen Fähigkeiten kritisch einzuschätzen”, sagt sie. Für die Schüler hat sie einen Test zum richtigen Verhalten in Vorstellungsgesprächen ausgearbeitet.

„Dass ich nicht mit zerknitterter Kleidung dort ankomme, ist doch selbstverständlich”, sagt Tobias Heidkamp (16). Zwar hatte der Schüler des Stiftischen Gymnasiums bisher noch kein Bewerbungsgespräch, die Regeln für so eine Situation kennt er aber: „Vieles davon sind allgemeine Umgangsformen, die man schon von klein auf lernt.” Über die Tipps freut er sich trotzdem: „Man macht sich nochmal klar, was in so einem Gespräch wirklich wichtig ist.”

Nicht nur Bewerbungstipps von den Profis gab es am Freitag auf der Ausbildungsbörse, die aus Platzgründen erstmals nicht mehr im Haus der Stadt, sondern in der Arena Kreis Düren stattfand. „In diesem Jahr hat sich die Zahl der Aussteller verdoppelt, 15 interessierten Unternehmen mussten wir sogar absagen”, sagt Claudia Steinhardt, Leiterin der Agentur für Arbeit Düren.

Rund 70 Aussteller aus der Region - Unternehmen, Berufskollegs und Behörden - warben bei der Ausbildungsbörse um potenziellen Nachwuchs. Knapp 1000 Besucher lockte die Messe, die gemeinsam von der Agentur für Arbeit, der Job-Com des Kreises Düren und den Vereinigten Industrieverbänden organisiert wurde, nach Veranstalterangaben in die Arena.

„Es ist einfach wichtig, hier präsent zu sein”, sagt auch Dirk Möchel, Ausbildungsleiter beim Dürener Automobilzulieferer Neapco. „In Bewerbungsgesprächen wissen viele leider nur wenig über den betreffenden Beruf. Dem können wir hier entgegenwirken”, sagt er. Gymnasiastin Julia Bak informiert sich am Stand von Neapco über eine Ausbildung zur Industriekauffrau. „Hier kann man die Firmen einmal näher kennenlernen. Man weiß ja sonst gar nicht, wo man sich da bewirbt”, sagt Isabella Bak, die ihre Tochter begleitet.

In der Tat bietet die Ausbildungsmesse Informationen aus erster Hand. Nicht nur Ausbildungsleiter, sondern vor allem die jetzigen Auszubildenden informieren die Azubis von morgen. „Von vielen Berufen macht man sich ja auch falsche Vorstellungen”, sagt Steinhardt. Diese könnten in Gesprächen mit den Azubis korrigiert werden. „Viele Schüler bringen ihre Bewerbungsunterlagen mit und sprechen die Unternehmen gezielt an”, sagt der Landrat des Kreis Düren, Wolfgang Spelthahn. Spontan sei es schon zu zwei Vermittlungen gekommen.

Aber auch die Firmen müssen sich auf der Messe gut präsentieren, um für den Nachwuchs attraktiv zu sein. Zwar kamen für das Jahr 2011/2012 im Kreis Düren noch 1694 Bewerber auf 1283 Ausbildungsstellen, aber das wird sich bald ändern, sagt Steingardt. „Der demografische Wandel kommt, im Gesundheits- und Pflegebereich gibt es jetzt schon Nachwuchsprobleme.” Spelthahn spricht gar von einem Rollentausch. Bald müssten die Azubis nicht mehr suchen, sondern die Unternehmen.

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