Auf Dürener Spielplätzen soll Alkohol in Zukunft tabu sein

Zum Schutz der Kinder : Stadt Düren untersagt Alkohol auf Spielplätzen

Spielplätze sollten eigentlich Kindern zum Spielen vorbehalten bleiben. Die Realität jedoch sieht leider oft ganz anders aus. Immer wieder treffen sich auch Erwachsene und Jugendliche auf den Sitzgruppen, rauchen, trinken Alkohol mit der Folge, dass nicht selten an Spielgeräten uriniert und selbst von Rutschen runter gepinkelt wird.

Von den Hinterlassenschaften wie Kippen, Scherben und anderem Müll ganz zu schweigen. Das soll sich jetzt ändern. In vielen Fällen  – beispielsweise ruhestörender Lärm, Zigarattenrauchen, Zerschlagen von Glas – konnten Ordnungsamt und städtischer Ordnungsdienst (SOD) schon bisher eingreifen, „aber eben nicht in allen“, betont Sabine Wagner vom Spielpädagogischen Dienst des Jugendamtes. „Das bloße Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist ja nicht verboten.“

Eine explizite Spielplatzsatzung, die klar regelt, was erlaubt und was untersagt ist, gibt es bislang in Düren nicht. In den vergangenen 30 Jahren sei dieses in anderen Städten längst übliche Instrument auch nicht erforderlich gewesen, betont Sabine Wagner. „In letzter Zeit haben die Probleme mit alkoholisierten Gruppen, Scherben und Müll aber auf einzelnen Kinderspielplätzen derart zugenommen, dass Kinder wegbleiben, weil sie Angst haben“, erklärt sie. Spielplatzpaten berichten zudem davon, dass Jugendliche immer wieder auch mit Mofas und Rollern um die Sandkästen herumkreisten.

All dem sagt die Stadt nun den Kampf an. Alles, was nicht dem Zweck des Spielens dient, soll im Rahmen einer Spielplatzsatzung verboten werden. Eine entsprechende Beschlussempfehlung für den Stadtrat hat der Jugendhilfeausschuss bereits einstimmig getroffen.

Demnach soll in Zukunft nicht nur das Trinken von Alkohol auf Spielplätzen, sondern auch das bloße Mitbringen von  Bier- und Schnapsflaschen oder -dosen verboten sein. Auch das Rauchen wird untersagt, in jedweder Form, auch das „Dampfen“ mit E-Zigaretten und Wasserpfeifen, erklärt Sabine Wagner. Verboten werden auch Verunreinigungen aller Art, von Verpackungsmüll bis Sonnenblumkernhülsen, das Grillen, laute Musik, Zelten, Übernachten, Abrennen von Böllern und einiges mehr. Auch Zweiräder sollen auf Spielplätzen nichts mehr zu suchen haben.

Mit dieser Satzung, die am 10. April im Stadtrat beschlossen werden soll, habe der SOD nun eine klare Handhabe, erklärt die Sozialpädagogin. Wer gegen die Satzung verstoße, werde zunächst aufgefordert, den Spielplatz zu verlassen. Auch Betretungsverbote können ausgesprochen werden. Bei Zuwiderhandlungen oder uneinsichtigen Wiederholungssündern sollen die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes zudem empfindliche Geldbußen verhängen können - bis zu 1000 Euro bei fahrlässigen Verstößen, bis zu 2000 Euro bei vorsätzlichen.

Bolzplätze und Skateanlagen sollen erst einmal nicht unter die Spielplatzsatzung fallen. Zum einen träten die meisten Probleme mit alkoholisierten Gruppen in der Tat auf Spielplätzen auf, weil es dort in der Regel auch Sitzgruppen gibt, zum anderen wollen die Streetworker auch den Kontakt zu den Jugendlichen nicht verlieren, erklärt Sabine Wagner.

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