Atelier Ophoven: Bilder der Stadt Düren

Bilder von Düren : Ein Buch gibt spannende Einblicke in die Stadt-Geschichte

„Was die Fotografie damals zu ihren Anfängen konnte, ist verglichen mit heute quasi die Steinzeit“, erklärt Helmut Krebs, Archivar des Stadt- und Kreisarchives, als er die Sammlung alter Glasnegative des Ateliers Ophoven aus Düren vorstellt.

„Aber die Glasplatten waren für die damaliger Technik recht feinkörnig, im Vergleich zu anderen Negativen. Diese Fotografien sind daher bestens geeignet um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.“

Es sind diese Aufnahmen auf rund 400 Glasnegativen, die die Geschichte Dürens zum Leben erwecken und Birgit Meusers Buch über den „Königlichen Hoffotografen“ aus Düren und seine Nachfahren erst möglich gemacht haben. Ihr Buch „90 Jahre Atelier Ophoven – 1862 bis 1952“ mit rund 250 Fotos und 144 Seiten stellte sie am Montagabend im Stadtmuseum begleitet von zwei Vorträgen über die damalige Fotografie vor.

Die Geschichte des Ateliers Ophoven begann 1862 als Mathias Ophoven eines der ersten Foto-Ateliers in Düren eröffnete. Bei seiner Arbeit erwarb er sogar den Titel „Königlicher Hoffotograf“ als er 1884 bei einem Termin im Rurtal die Belgische Königin Marie Henriette traf. Sie war von seinen Bildern so begeistert, dass sie ein Album mit ihren Lieblingsmotiven erwarb. Seine Nachfahren führten sein Atelier mit einigen Unterbrechungen bis 1952 weiter und so entstand im Archiv der Familie Ophoven ein großer Fundus an Aufnahmen aus Düren und der Umgebung.

Diese Sammlung von rund 900 Glasnegativen hatte die Familie vor dem Krieg dem Heimatmuseum der Stadt übergeben, von wo aus sie später beim Leopold-Hoesch Museum landeten. Nun liegen sie als Leihgabe im Stadt- und Kreisarchiv, wo sie digitalisiert und archieviert wurden. Bernd Hahne vom Stadtmuseum und gleichzeitig Verleger des Buches zeigte in seinem Vortrag einige dieser Aufnahmen und erklärte einige Ereignisse, die Ophoven festgehalten hat, sowie die technischen Besonderheiten, die damals bereits möglich waren.

„Heute mit all der Bildbearbeitungstechnik sind wir beim Wahrheitsgehalt vieler Fotos ja immer recht skeptisch“, sagt er. „Vielen ist aber nicht klar, dass auch zu Ophovens Zeit das Retuschieren bereits möglich war.“ Um dies zu zeigen nahm er ein Bild der Statue von Kaiser Wilhelm I. auf dem Kaiserplatz als Beispiel, die als Motiv für ein Bild anlässlich des Kaisergeburtstages gedient hatte und so auch in der Zeitung veröffentlicht worden war. Wie der dazugehörige Artikel erwähnt, seien die Häuser im Hintergrund durch das einkopieren von Wolken kaschiert worden um dem ehrwürdigen Motiv gerecht zu werden.

Außerdem wurden weitere Fotografien der Familie Ophoven präsentiert, die von Postkarten und Stadtführern, bis hin zu Aufnahmen von Katastrophen und lokalen Nachrichten reichten. Auch das erste lokal aufgenommene Biold in der Dürener Zeitung soll von Ophoven sein. Es soll auch zahlreiche Industrieaufnahmen gegeben haben, deren Negative aber nicht mehr aufzufinden sind.

Birgit Meusers Buch gibt es für 19,50 Euro. Die digitalisierten Glasnegative sollen außerdem in Zukunft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

(kim)
Mehr von Aachener Nachrichten