Düren: Arbeit der Stadt Düren soll Schülern näher gebracht werden

Düren : Arbeit der Stadt Düren soll Schülern näher gebracht werden

Sechs Wochen lang werden einige Zehntklässler 13 Dürener Ratsmitgliedern über die Schulter schauen — bei den wöchentlichen Fraktionssitzungen, der Ratssitzung und dem einen oder anderen Termin. An dem Projekt „KidS — Kommunalpolitik in der Schule“ im November und Dezember nehmen sowohl von Mentoren- als auch von Schülerseite nur Freiwillige teil.

Interesse bekundeten bereits Mitglieder von SPD, CDU und Grünen sowie fünf weiterführende Schulen. Welche und wie viele Zehntklässer teilnehmen werden, wird nach den Ferien am Stiftischen Gymnasium, dem Burgau Gymnasium, der Realschule Bretzelnweg, dem Gymnasium am Wirteltor und der Anne-Frank-Gesamtschule noch geklärt. Die Politiker, die teilnehmen möchten, stehen schon fest.

Mit deren Anzahl — 13 von 50 Ratsmitgliedern — ist Initiatorin Liesel Koschorreck sehr zufrieden. Die 1. stellvertretende Bürgermeisterin stieß das Projekt an, weil sie zunehmend den Eindruck gewann, „dass Kommunalpolitik ein Thema ist, das junge Menschen interessiert, aber es scheint undurchsichtig zu sein. Sie wissen zu wenig darüber.“

Konkret könnte in dem Praktikum zum Beispiel vermittelt werden, wie es vom Antrag zur Entscheidung kommt. „Die Abläufe sind oft nicht nur Schülern, sondern auch Erwachsenen unbekannt“, meint Koschorreck.

Starten wird das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung am 6. November. Dabei werden auch die Duos aus Mentor und Schüler zugelost. Beide sprechen dann individuell ab, wann der Schüler den Mentor in seiner Freizeit begleiten darf. Nach drei Wochen sollen die Teams getauscht werden.

Engagement soll belohnt werden

Carina Salentin begleitet das Projekt von Seiten des Jugendamtes und erklärt: „Wir möchten gern möglichst viele Schüler neuen Mentoren zulosen. Ideal wäre es, in zwei unterschiedliche Fraktionen hineinschnuppern zu können“, aber das könne man wohl nicht allen Schülern mit Blick auf die teilnehmenden Stadträte ermöglichen.

Eine Veranstaltung am 9. Januar setzt den Schlusspunkt des Projektes und gibt den Veranstaltern die Möglichkeit, sich von den Beteiligten ein Feedback einzuholen. Sie wollen in den kommenden Wochen auch noch mit den teilnehmenden Schulen klären, inwieweit belohnt werden kann, dass sich die Schüler in ihrer Freizeit freiwillig engagieren. Salentin hofft, dass die Schulen den Teilnehmern zum Beispiel eine Klassenarbeit erlassen.

Bürgermeister Paul Larue (CDU) ist gespannt auf das Projekt und hält den Zeitraum für geschickt gewählt: Vor Weihnachten sei aus kommunalpolitischer Perspektive noch einiges unter Dach und Fach zu bringen, so dass der Schlusslauf der Gremien am Jahresende seiner Ansicht nach für die Schüler interessant werden dürfte. Der Bürgermeister hofft, sowohl von den 15- bis 16-Jährigen als auch von den Mentoren auf noch mehr Interesse bei einer möglichen Fortsetzung des Projekts im kommenden Jahr.

(wel)
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