Düren: Anwohner wollen „nicht im Müll leben“

Düren : Anwohner wollen „nicht im Müll leben“

Wenn zehn Erwachsene und zwölf Kinder mit Taschen und Bollerwagen am Badesee Düren unterwegs sind, muss das nicht zwangsläufig ein Badeausflug sein. Die muntere Truppe um Michael Wullenkord ist in Sachen Vermüllung unterwegs. „Wir möchten nicht im Müll leben”, begründet Wullenkord das private Engagement. Und Andreas Busch ergänzt: „Wir sind alle Anwohner.“

Drei Stunden lang sind die fleißigen Sammler unterwegs. Auch die Kinder werden nicht müde, immer wieder neue Fundstücke anzuschleppen. Emil (7) hat ein Plastikrohr, einen Grill und viele Flaschen gefunden. Er vermutet: „Die Leute sind bekloppt und wissen nicht was sie da tun.“ Der fünfjährige Julian erzählt, er habe Papier, Plastik und jede Menge Taschentücher zusammen getragen. „Ich würde sowas nicht machen“, ist er sich sicher. „Die sollen ihre Sachen doch in die Mülleimer schmeißen und nicht die Umwelt verdrecken.“

Wullenkord zieht eine traurige Bilanz nach der intensiven Sammelaktion: „Neben dem ‚ganz normalen Plastikmüll‘, den wir in vielen blauen Müllsäcken gesammelt haben, haben wir 154 Flaschen, zahlreiche Scherben, eine Gartenbank, eine Matratze, drei Grillgestelle, einen Autoreifen, zahlreiche Batterien und etliche Pakete einer Wochenzeitschrift gefunden.“ Der Dürener Service-Betrieb (DSB) hatte die Sammler im Vorfeld mit Handschuhen und Greifwerkzeugen ausgestattet.

(wey)
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