Anreiz für junge Familien zum Hausbau in Düren

Düren will junge Familien anlocken : Politik einigt sich auf neue Kriterien bei der Vergabe von Baugrundstücken

Wie kann die Stadt Düren attraktiver für junge Familien werden? Der komplette Verzicht auf Kindergartenbeiträge, dem der Kreis Düren weitgehend gefolgt ist, war ein erster Schritt. Jetzt sollen Anreize beim Kauf städtischer Wohnbaugrundstücke hinzukommen. Darauf haben sich die Spitzen der „Ampel“-Koalition und der CDU verständigt.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass die Stadt schon in den kommenden Monaten zwei Wohnbaugebiete in Eigenregie entwickeln will, an der Krahkopfstraße in Birgel (17 Parzellen) und am Cornetzhof in Rölsdorf (ca. 30 Parzellen).

In Birgel soll der Quadratmeterpreis bei mindestens 200 Euro liegen, in Rölsdorf bei mindestens 250 Euro (ohne weitere Erschließungskosten). Weil die Zahl der Interessenten, die der zur Verfügung stehenden Grundstücke schon jetzt deutlich übersteigt, sollen die Bauparzellen nach Höchstgebot vergeben werden. Und an diesem Punkt setzt der Familienanreiz an. Denn interessierten Familien werden pro Kind zehn Prozent des Mindestpreises auf das eigenen Gebot angerechnet. Ein Beispiel: Bietet eine Familie mit zwei Kindern im Fall Birgel den Mindestpreis von 200 Euro pro Quadratmeter, wird sie im Bieterverfahren so behandelt, als hätte sie 240 Euro geboten.

Und die Familienkomponente ist nicht das einzige neue Kriterium, auf das sich die „Ampel“-Koalition und die CDU verständigt haben. In beiden neuen Wohngebieten soll ein Teil der Grundstücke auch für Einheimische reserviert sein. Gemeint sind Kaufinteressenten, die im jeweiligen Ortsteil seit mindestens drei Jahren leben oder dort in der Vergangenheit mindestens zehn Jahre ohne Unterbrechung gelebt haben. In Birgel sollen fünf, am Cornetzhof sechs Grundstücke für diese Zielgruppe reserviert werden, um zum Beispiel jungen Leuten, die im Ortsteil aufgewachsene sind, die Chance zu geben, auch dort ein Häuschen bauen zu können.

Weitere Kriterien sind: der Nachweis einer gesicherten Finanzierung, die Verpflichtung, das Grundstück innerhalb von zwei Jahren zu bebauen, und die Zusage, das neue Haus fünf Jahre lang selbst zu nutzen. Mit Letzterem soll verhindert werden, dass Spekulanten mit den Objekten schnelles Geld machen können, betont der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ulf Opländer.

Mit dem Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses, Thomas Floßdorf (CDU), und dem zuständigen Amtsleiter Marcus Steffens ist Opländer guter Dinge, dass die jetzt vereinbarten Kriterien auch in Zukunft bei weiteren dringend benötigten Wohnbaugebieten zur Anwendung kommen – zumindest, wenn es um den Bau klassischer Einfamilienhäuser geht und die Stadt, kein Investor,  als Erschließungsträger antritt.