Urkomische Liebesglücksfee: Annette Postel überzeugt mit ihrem Programm im Dürener „Komm“

Urkomische Liebesglücksfee : Annette Postel überzeugt mit ihrem Programm im Dürener „Komm“

„Wenn man etwas parodieren möchte, dann muss man es auch können“, sagt Thomas Lüttgens, Geschäftsführer des Komm-Kulturzentrums, als er am Donnerstagabend Annette Postel vorstellt. „Und sie kann es.“

Die Spezialität der studierten Sängerin sind Opernparodien. Mit ihrem Programm „Ausziehen“ gastierte sie im Rahmen des de „SWD.KOMMedy.ABENDE“ in Düren.

Mit Jazzpianist Klaus Webel brachte die Pfälzerin eine beeindruckende Show auf die Bühne. Als gelernte „Liebesglücksfee“ gewandet in eine Explosion aus Tüll, mit blonder Haarkrone und leider defektem Liebesglücks-Zauberstab startete sie sofort mit dem wohl beliebtesten Thema des Kabaretts durch: Die Beziehung zwischen Mann und Frau. Denn als „Liebesglücksfee“ kennt sie sich damit ja schließlich aus.

In ihrem Auftaktstück von der „Liebeskrise“ besang Annette Postel in Jammerstimmung ihre Probleme mit den Männern. Urkomisch schimpfte sie weiter auf ihren „Drecks-Ex“ und wünschte sich stattdessen einen Alleinherrscher zum Mann. Mühelos sang sie sich dabei durch vier Oktaven und beeindruckte vor allem in der Rolle des klassischen Bösewichts, wenn sie fast hysterisch-diabolisch über den Tod von Ex und neuer Geliebten sinnierte.

Zur Beruhigung gab es dann erstmal Bachblüten. „Doch die sind gesund für mich“, entgegnet sie dem irritierten Pianisten. „Die kommen von Johann Sebastian Bach.“ Empfohlen hat sie natürlich ihr „Coach, nein Therapeut, nein eigentlich Friseur“, der ihr auch zu einer Entgiftung ihrer Villa geraten hat. Selbstverständlich um die schlechten Schwingungen des Ex loszuwerden.

Auch melancholisch-witzig mit der Nase zu und deshalb mit gehemmter Aussprache überzeugte Annette Postel. Mit theatralischer Gestik und Mimik transportiert sie die Stimmung der verschiedenen Stücke mit einer großen Portion Ausdruckskraft. Virtuos und gleichzeitig humorvoll – das sieht man nur selten auf den Komik-Bühnen.

Musikalisch bewegte sich Annette Postel zwischen Chansons, Couplets, Crossovers und Ohrwürmern aller Art. Zwischen den Lachern konnten die Zuschauer immer wieder ihren erstklassigen Gesang bestaunen. Aber auch mit den nicht gesungen Passagen schaffte sie es mit ihrer übersprudelnden Energie zu überzeugen. Zum Ende kann Thomas Lüttgens Anmoderation nur bestätigt werden: Ja, sie kann es und zwar hervorragend.

(kim)
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