Düren: Anne Frank-Gesamtschule setzt auf pädagogische Architektur

Düren: Anne Frank-Gesamtschule setzt auf pädagogische Architektur

In früheren Zeiten konnte es schon mal sein, dass Schüler auf den Flur geschickt wurden, wenn sie den Unterricht zu arg störten. Heute kann es sein, dass Schüler ganz bewusst den Flur ansteuern, um dem Unterricht zu folgen.

Auf der Anne Frank-Gesamtschule in Mariaweiler ist das denkbar. Ein Teil des Flurs wurde so gestaltet, dass er in die pädagogische Arbeit einbezogen werden kann. „Wir wollen vor allem neue Kommunikationsmöglichkeiten schaffen”, sagte Schulleiter Hans-Willi Stollenwerk am Dienstag, „die Schüler erhalten die Möglichkeit, Projekte, die sie im Unterricht erarbeitet haben, zu präsentieren.”

Nun bietet das Flurstück Sitzgelegenheiten oder die Möglichkeit, an den Wänden etwas aufzuhängen. Zudem sind Bereiche entstanden, die Schüler nutzen können, etwa, um sich Notizen zu machen. „Wir wollen den Wohlfühlcharakter ausbauen”, sagt Stollenwerk. 12.000 Euro wurden investiert. Ein Teil des Geldes kommt aus dem Konjunkturpaket II, der Rest ist Preisgeld aus dem Wettbewerb „Gute gesunde Schule”.

Mit Professor Frank Hausmann von der Fachhochschule Aachen hielt sich am Dienstag ein Architekt in der Mariaweiler Gesamtschule auf, der sich schon seit längerem mit pädagogischer Schularchitektur beschäftigt. Mit Studenten erarbeitet er weitere Vorschläge, „wie Schulen sich den heutigen Gegebenheiten anpassen können”. Dabei ginge es auch darum, den vorhandenen Raum - etwa für Gruppenarbeiten - effektiv zu nutzen.

Denkbar seien auch Glaselemente zwischen Klassenräumen und Fluren, „um „gesundes Lernen zu ermöglichen”. Und nicht, um Schüler, die vor die Tür gesetzt wurden, besser im Blick zu haben.

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