Düren: Annaoktav eröffnet: „Aus der Ausgrenzung in die Heimat“

Düren: Annaoktav eröffnet: „Aus der Ausgrenzung in die Heimat“

„Mögen wir das neu erkennen, was Gott uns zeigt“, sagte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz zum Ende seiner Predigt im feierlichen Eröffnungs-Gottesdienst der Dürener Annaoktav am Samstagmorgen in der Annakirche. Und lud die Menschen in dem voll besetzten Gotteshaus ein, den verschiedenen Gesichtspunkten nachzuspüren, wozu der Glaube ermutigt aufzubrechen.

Musikalisch gestaltet wurde das Hochamt vom Kirchenchor St. Anna und St. Marien und der Leitung von Hans-Josef Loevenich.

„Mut zum Aufbruch — aus der Tradition in die Zukunft“ heißt das Motto der Annaoktav, Hintergrund dieses Themas ist das Leitwort der Aachener Heiligtumsfahrt, das an den Aufbruch Abrahams aus seinem Vaterland anknüpft: „Zieh in das Land, das ich Dir zeigen werden.“

Das Annabild, so von Danwitz, sei ein gutes Symbol dafür, dass „aus der Tradition in die Zukunft“ eine Haltung sei, wie sie in Düren seit jeher eingenommen würde. Der Grundstein der Annakirche, so der Priester, zeige die Jahreszahl 1954. „Wie viel Unmut und Unverständnis hat es damals gegeben ob der Entwürfe des Architekten Rudolf Schwarz für diesen Kirchenbau.“ Heute, so der Seelsorger, würde die Kirche von den Menschen geliebt. „Das tröstet mit in den Auseinandersetzungen um St. Bonifatius und andere Kirchen, die vor einer Umgestaltung stehen, die zukunftsweisend ist.“

Auch die Pilgerstäben mit ihren drei Symbolen, nämlich dem Kreuz, dem Pfeil und dem Herzen würden das Motto „aus der Tradition in die Zukunft“ verdeutlichen. „Der Pfeil“, so von Danwitz, „hat eine kleine Neigung nach unten. Er lädt ein, den Blick Gottes auf die Kleinen und Schwachen aufzunehmen. Und er mahnt zur Demut.“

Die Worte der Bibel, so von Danwitz zum Abschluss seiner Ausführungen, seien viel mehr als eine Sammlung alter Geschichten. „Sie sind Ausgangspunkt, Ansporn und Ermutigung, dass wir uns auf den Weg machen, die frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verwirklichen.“ Der Glaube, ermutige aufzubrechen: aus der Überforderung ins Genießen, aus der Lebenserfahrung in die Versöhnung, aus der Ausgrenzung in die Heimat, aus dem Sattsein in den Hunger auf erfülltes Leben und aus dem Ungewissen in die Klarheit.