Düren: Annakirmes: Keiner kennt den Rummel wie Platzmeister Achim Greiff

Düren: Annakirmes: Keiner kennt den Rummel wie Platzmeister Achim Greiff

Seinen ersten Arbeitstag verbringt Achim Greiff auf der Annakirmes. Es ist ein ein Montag, 1983. Die Mitarbeiter aus dem Vermessungsamt haben auf dem Platz an der Aachener Straße zu tun. Es ist für Achim Greiff also eine gute Gelegenheit, seine neuen Kollegen auf dem Rummel kennen zu lernen. Wer seinen Job so beginnt, kann eigentlich später nur Platzmeister auf der Annakirmes werden.

„Ich konnte mich nicht mehr wehren“, sagt er heute, nachdem sich seine beruflichen Visiten auf dem Rummel im Lauf der Jahre häuften. Das ist das eine. Das andere: Sein Vorname. Achim. Kurzform von Joachim. Und Joachim war der Ehemann der Heiligen Anna, nach der die Dürener Kirmes benannt ist.

k Foto: Ingo Latotzki

Seit 2009 ist Greiff der bei der Stadt Düren Verantwortliche für die Kirmes. Früher nannte man die Männer auf diesem Posten „Kirmesdirektor“, heute etwas bescheidener meist „Platzmeister“. Dabei ist Greiff derjenige, an dem alles hängt: Er kennt alle Schausteller, er kennt jeden Winkel des Platzes, und so muss immer er ran, wenn es etwas zu regeln gibt.

k Foto: Ingo Latotzki

160 Verträge mussten beispielsweise mit den Schaustellern abgeschlossen werden, alle gingen über Greiffs Tisch. Wenn es darum geht, die Standplätze für die Fahrgeschäfte, Karussells und Buden auszumessen, ist Greiff mit Kollegen auf dem Platz. Der 50-Jährige überlegt, wo die einzelnen Geschäfte ihren Platz finden und wenn es darum geht, das Sicherheitskonzept zu optimieren, ist er auch dabei.

Achim Greiff ist Mister Annakirmes. Dabei ist nicht nur dieses große rheinische Volksfest sein Metier. Bei der Stadt Düren ist er für alle Märkte zuständig: Weihnachtsmarkt, Geranienmarkt, Herbstmarkt… Zudem noch für manch anderes Event, etwa wenn Veranstalter städtische Flächen für eigene Zwecke mieten. Ein Fulltime-Job.

Trotz aller Routine kribbelt es immer noch, je näher es auf die Kirmes zugeht. Acht Tage sind es noch. „Habe ich an alles gedacht? Ist noch irgendetwas zu regeln?“ Solche Fragen gehen ihm durch den Kopf, bevor es losgeht. Und wann ist die Kirmes gelungen? „Wenn nach den neun Tagen nichts besonderes passiert ist“, sagt Greiff. So wie in den letzten Jahren. Nennenswerte Unfälle gab es nicht.

Nichts dem Zufall überlassen

Das Sicherheitskonzept ist nach der Tragödie auf der Love Parade erheblich verändert worden. Alles in allem gibt es zehn Ausgänge, die im Notfall genutzt werden könnten. Um nichts dem Zufall zu überlassen, wird kommende Woche Freitag ein „Sirenentest“ durchgeführt. Die Schausteller fahren ihre Geschäfte hoch, und irgendwann ertönt eine Sirene. Wie schnell greifen dann die Sicherheitsmechanismen? Das wird trainiert.

Wenn sich Achim Greiff etwas wünschen könnte, dann eine Absperrung oder einen Zaun an den Bahngleisen, die westlich des Platzes an der Rur liegen. „Es sind immer noch zu viele, die einfach auf die Schienen gehen und nicht bedenken, wie gefährlich das sein kann.“ Vor allem am Kirmesfreitag, wenn das Feuerwerk startet, nutzen viele die Gleise als Aussichtsstandort.

Das Gros kommt noch

Heute, eine gute Woche vor dem Rummelbeginn, sind etwa 20 Prozent der Schausteller schon da. Bereits vor Wochen reisten mehr als 70 Lkw an, die den „Olympia-Looping“ brachten. Das Gros der Schausteller kommt Anfang nächster Woche, wenn die große Rheinkirmes in Düsseldorf beendet ist. Spätestens ab Samstag hat Achim Greiff dann seinen Arbeitsplatz wieder rund um die Uhr auf dem Platz.

Dann schließt sich wieder einmal der Kreis. 1983, erster Arbeitstag für die Stadt, an einem Kirmesmontag. „Wie die Zeit vergangen ist“, sagt er.

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