Anlieger und Stadt Düren streiten über Straßenausbau

Bezirksausschuss gegen Ausbaupläne der Clemensstraße : 220.000-Euro-Vorhaben soll vertagt werden

Kleiner Hoffnungsschimmer für die sieben Anlieger der Clemensstraße in Merken: Die von der Stadt mit rund 220.000 Euro veranschlagte Fertigstellung der nur etwa 100 Meter langen Verbindungsstraße zwischen Roermonder- und Quirinusstraße soll erst einmal vertagt werden. Darauf hat sich der Bezirksausschuss verständigt.

„Und ich habe Signale aus dem Verkehrs- und Bauausschuss bekommen, dass er dieser Empfehlung folgen wird“, erklärt der Bezirksausschussvorsitzende Horst Knapp (CDU). Das Merkener Ortsparlament bemängelte vor allem die fehlende Beteiligung der Anlieger bei der Planung. „Es ist schwer zu vermitteln, dass die Bürger bei der Dorfentwicklung stets mitreden dürfen, nur in diesem Fall nicht“, betonte Knapp, der auch die Höhe der Ausbaukosten kritisch sieht, die in Form von Straßenbaubeiträgen zu 90 Prozent von den Hausbesitzern bezahlt werden sollen. Ein Anlieger soll mehr als 40.000, ein anderer sogar 55.000 Euro bezahlen.

Zudem ist ein Schriftstück aus dem Jahr 1974 aufgetaucht, in dem die Stadt  bescheinigt, für ein Grundstück, das entlang der Clemensstraße im Laufe der Jahre mehrfach geteilt und bebaut wurde, keine Erschließungsbeiträge mehr zu erheben. Dieses Dokument soll jetzt juristisch geprüft werden. Damit wären die Anlieger einer Straßenseite aus dem Schneider. Bleibt jedoch die Frage, was das für die restlichen Anwohner bedeuten würde.

Der Bezirksausschuss fordert, dass die betroffenen Bürger bei der Suche nach einer günstigeren Alternative für den Straßenausbau auf jeden Fall beteiligt werden. Am Donnerstag, 15. November, steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses (17 Uhr, Rathaus).

(ja)
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