Kreis Düren: Anlaufstelle für alle Ratsucher

Kreis Düren: Anlaufstelle für alle Ratsucher

Als erster Kreis in NRW hat der Kreis Düren die Rahmenvereinbarung des Landes zur Errichtung von Pflegestützpunkten in die Praxis umgesetzt.

Mussten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bislang oft von Pontius zu Pilatus laufen, um umfassend zu allen Fragen der Pflege, den Kosten und ihrer Finanzierung beraten zu werden, wie es NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann noch Ende Februar formulierte, erhalten Ratsuchende in Düren und Jülich ab sofort in den ersten von landesweit 170 geplanten Pflegestützpunkten Antworten aus einer Hand.

Dazu zählen umfassende Informationen zur gesetzlichen Pflegeversicherung, zur Krankenversicherung und zur Sozialhilfe, denn kaum eine Familie kann den Pflegeaufwand der Angehörigen aus eigenen Mitteln finanzieren. „Die Frage der Eigenbeteiligung auch der Kinder spielt oft eine entscheidende Rolle”, weiß Kreis-Sozialamtsleiter Franz Becker.

Auskünfte über Leistungen und Entlastungsangebote für Pflegende und die Klärung der Kostenfrage gehören deshalb ebenso zum Beratungsangebot wie der Aufbau einer wohnortnahen, trägerübergreifenden Zusammenarbeit, um die Teilhabe von Menschen mit Pflegebedarf an der Gesellschaft zu stärken.

„Der Bereich der Pflege und der Beratung ist für die Lebensqualität älterer Mitbürger von entscheidender Bedeutung”, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der Vorstellung des Konzepts, das in den letzten Monaten im Eiltempo zwischen dem Kreis Düren und der für alle Krankenkassen federführenden Pflegekasse der AOK Rheinland/Hamburg abgestimmt wurde.

Der Pflegestützpunkt Jülich befindet sich im AOK-Gebäude (Promenadenstraße 1), der in Düren im Kreishaus an der Bismarckstraße mit einer Dependance im AOK-Haus an der Aachener Straße. Die Öffnungszeiten orientieren sich an denen der jeweiligen Einrichtungen.

Auch wenn die AOK federführend die Pflegestützpunkte betreut, sind sie Anlaufstelle für Mitglieder aller Krankenkassen, garantiert AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke eine „wettbewerbsneutrale Beratung”.

Mit der schnellen Umsetzung der Rahmenvereinbarung reagieren Kreis und Kassen auf den demographischen Wandel. „Nach allen Hochrechnungen können wir davon ausgehen, dass die Bürger bei großer Allgemeingesundheit immer älter werden”, betonte Spelthahn, gleichzeitig werde aber auch die Wahrscheinlichkeit größer, pflegebedürftig zu werden. „Der demographische Wandel wird aber auch zu veränderten Krankheitsbildern führen”, ist sich Radtke sicher.