Anka Zink überzeugt im „Komm“ bei Vorpremiere des neuen Programms

Anka Zink überzeugt im „Komm“ : Gibt es Mett-Igel auch vegan?

Zwei Stunden lang hat Frau Zink sich über das „Ende der Bescheidenheit“ ausgelassen und dabei die Dürener quasi als Test-Lacher eingespannt. „Es ist fast schon Tradition, dass Anka Zink bei uns ihre Vorpremiere hat“, kündigt Thomas Lüttgens vom „Komm“ die Powerfrau an.

„Es ist unfassbar schwer, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist, wie ich.“ Mit diesem Zitat von Cassius Clay (später Muhammad Ali genannt) beendet Anka Zink ihren Auftritt im „Komm“. Das Publikum spricht den vorher schon einmal zitierten Satz freudig mit und spendet der Kabarettistin reichlich Applaus.

Bei der Vorpremiere ihres neuen Programms legt Anka Zink sofort los. Mit dem roten Höschen und dem Unterschied zwischen Selbstverwirklichung und Selbstinszenierung. Das führt dann auch schnell zu den Statussymbolen. Wobei, laut Zink, das Statussymbol SUV vom Statussymbol „keine Zeit“ um Längen geschlagen würde. Letzteres sei das „Hauptangebermodul“ und häufig in Whattsapp- und Doodle-Gruppen anzutreffen.

Neben „keine Zeit“ sei „Wo ist das Problem? Und was kann ich tun, um es zu vergrößern?“ ein beliebtes Spiel in den Sozialen Medien und ziehe sich durch alle Themen. Da bleibt auch die 70er-Jahre-Retro-Party nicht verschont. Neben gefühlten tausend Fotos von Spargel-Röllchen und Fliegenpilzen über Instagram tauche auch relativ schnell die Frage auf. „Gibt es den Mett-Igel auch in vegan?“

Frau Zink erklärt den Unterschied zwischen Narzissten und Altruisten und stellt fest, dass eine Welt voller Narzissten eigentlich in Ordnung wäre, denn: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“

Zink kann auch sozialkritisch, das geht über die überflüssige AfD, die überflüssige Verwaltung und pupsende Kühe. Und hat mehr Tiefgang, als man von einem gängigen Kabarettprogramm erwarten würde. Schließlich landet sie auch bei der Netflix-Serie „House of Cards“ und der aktuellen Politik und sinniert: „Das ist das erste Mal, dass eine Fernsehserie von der Realität nachgespielt wird.“

Weiterer Auftritt

Der Auftritt im „Komm“ ist tatsächlich die Vorpremiere. Die eigentliche Premiere ist am 19. Januar im Kölner Senftöpfen. Zink kokettiert mit dem noch nicht zu 100 Prozent ausgereiften Programm. „Jetzt muss ich doch noch einmal in meine Notizen gucken“, und „ich glaube, den Satz werde ich noch streichen“ oder „das ist eine gute Idee, vielleicht sollte ich das noch aufnehmen“, gibt dem Publikum das Gefühl, ein bisschen zum „Ende der Bescheidenheit“ beigetragen zu haben. Zum Ende der Tour will sie noch einmal nach Düren kommen. Vielleicht ist ja dann „die Pizza“ eines Dürener Zuschauers ins Programm aufgenommen worden.

Mehr von Aachener Nachrichten