Festspiele auf Burg Nideggen: „An der Qualität der Konzerte kann es nicht liegen“

Festspiele auf Burg Nideggen : „An der Qualität der Konzerte kann es nicht liegen“

Mit den Besucherzahlen ist der Aachener Konzertveranstalter Christian Mourad nicht wirklich zufrieden. Seit drei Jahren zeichnet er für die Festspiele auf Burg Nideggen „Bühne unter Sternen“ verantwortlich und hat seitdem mit Jamie Cullum, Gregory Porter und Joris sowie Maceo Parker und Adel Tawil hochkarätige Künstler in die Rureifel geholt.

2400 Besucher passen pro Konzert auf die Burg, das Konzert von Adel Tawil war mit 1200 Gästen das bestbesuchte 2018. Zu Saxofonist Maceo Parker und Sängerin Vicky Leandros kamennurl rund 600. Mourad: „Natürlich wünscht man einem Weltstar wie Marceo Parker ein ausverkauftes Konzert. Gleichwohl haben wir die Menschen, die da waren, glücklich gemacht. Ich habe ausschließlich positives Feedback bekommen.“

In den vergangenen drei Jahren war nur 2017 das Konzert von Jamie Cullum ausverkauft. „Natürlich analysieren wir genau und suchen nach Gründen für unsere Besucherzahlen. Ich bin der Meinung, dass es so einen magischen Konzertort wie Nideggen kein zweites Mal in unserer Region gibt“, sagt Mourad. Kein ander Ort sei so historisch, selten gebe es eine so gute Infrastruktur. „Wir haben ein kleines musikalisches Juwel in der Eifel geschaffen“, sagt Mourad. „Aber es dauert auch seine Zeit, bis es sich richtig etabliert.

Die Anfahrtswege sind auch länger.“ Mourads Kollege Thilo Busch ergänzt: „Es ist kein Nideggener Phänomen, dass der Kartenverkauf nicht perfekt gelaufen ist. Das haben alle Festivalbetreiber gemerkt.“ Ein Grund dafür könne sein, dass Künstler viel häufiger auftreten würden. „Mit dem CD-Verkauf allein kann man heute kaum noch Geld verdienen.“ Vor dem Hintergrund, betont Busch, könnten sich die Nideggener Besucherzahlen sehen lassen. „Es ist keineswegs so, dass wir Grund haben, wirklich unzufrieden zu sein. Das Festival ist dennoch wirtschaftlich.“

Käthe Rolfink, Vorsitzende der Kulturinitiative des Kreises Düren, dem Veranstalter der Festspiele, blickt zufrieden auf die sechs Konzerte. „Wir hatten ein Programm, das wirklich für jeden etwas geboten hat.“ Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) ergänzt: „Wir wissen, dass die Menschen den Euro nur einmal ausgeben können.“ Gleichwohl, betont Spelthahn, sei es wichtig, dass es im Kreis Düren ein Festival wie die „Bühne unter Sternen“ geben würde. „Zu einem guten Gemeinwesen gehört auch ein hochwertiges Kulturangebot.“ Darüber hinaus sei die Konzertreihe ein Stück weit Wirtschaftsförderung.

„Beim Konzert mit Gregory Porter habe ich in Nideggen Autokennzeichen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland gesehen. Viele, mit denen ich gesprochen habe, waren von Nideggen und der Burg so begeistert, dass sie unbedingt wiederkommen wollen.“ Eines betont Spelthahn: „Dass einige Konzerte nicht besonders gut besucht waren, kann nicht an der Qualität der Konzerte liegen. Die Menschen waren begeistert. Diese Besucher sind die beste Werbung für den Kreis Düren.“

Um aber doch mehr Besucher anzulocken, soll die „Bühne unter Sternen“ 2019 Anfang Juli und nicht im September stattfinden. „Im September sind wir die Letzten in einem langen Festivalreigen“, sagt Mourad. „Im Juli sind wir die Ersten. Wir gehen mit Mut in die Zukunft.“

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