Kleinhau: Am Gatter ist der Meistertitel kleben geblieben

Kleinhau: Am Gatter ist der Meistertitel kleben geblieben

Es war das letzte Rennen der Saison. Mike Adrian Braun, der talentierte Nachwuchs-Motocross-Fahrer des MSC Kleinhau, hatte die Chance auf den deutschen Meistertitel in der Klasse MX 2 Open. Nach den 19 Rennen zuvor lag Braun vier Punkte hinter seinem ärgsten Rivalen Sven an de Mierden aus Herzogenrath. Der Kleinhauer hatte den Heimvorteil auf seiner Seite.

Vor dem Startgatter hatte er mit dem Fuß eine Spurrinne gegraben, damit sein Motorrad gerade aus den Startblöcken kommt.

Und dann das: Mit lautem Motorengeheul fährt das Feld mit Vollgas los. Nur Mike Adrian Braun bleibt stehen. Der Kleinhauer Fahrer war am Gatter hängen geblieben, musste seine Yamaha ein Stück zurück ziehen, um dann losfahren zu können. Da war das Feld schon eine Kurve weit weg. Der Lokalmatador hat in der folgenden Viertelstunde das beste Rennen der Saison gefahren und das gesamte Feld von hinten aufgerollt.

Braun gewann den Lauf, in der Meisterschaft unterlag er aber ganz knapp. Konkurrent van de Mierden beendete das Rennen als Zweiter und hatte damit in der Gesamt-Abrechnung einen Punkt Vorsprung. „Die beiden haben sich die ganze Saison über ein packendes Duell geliefert”, lobte Adrian Braun, Vater des Fahrers und Vorsitzender des MSC.

Der Erfolg von Braun Junior war nicht der einzige Anlass zum Feiern, den der MSC bei seinem Herbst-Rennen hatte. Das gesamte Wochenende über waren die Wetter-Bedingungen perfekt. Zwei Fahrer aus den Reihen der Kleinhauer konnten die Meisterschaft bejubeln.

Hans-Uwe Krüttgen hatte schon vor dem Wochenende als Meister in der Senioren-Klasse festgestanden. „Das ist eine schöne Bestätigung”, freute sich der Kleinhauer Fahrer über den Titel. „Schließlich richten wir einen großen Teil unseres Lebens nach dem Motocross aus.” Gänzlich ohne Ehrgeiz war der 39-Jährige beim Heimrennen in Kleinhau trotzdem nicht angetreten. Bei allen zehn Wettkämpfen in dieser Saison hat Krüttgen auf dem Treppchen gestanden. In Kleinhau wurde er Dritter, dank eines Überholmanövers in der letzten Kurve. „So knapp war es bisher noch nie”, sagte der Senioren-Meister.

Etwas frischer war die Freude bei Mikel Fröhlich. Der 17-Jährige hat sein Herz an Zweiräder älteren Baujahrs verloren und war in der Klasse Youngtimer angetreten. Bei dem Heimrennen auf dem Raffelsberg sicherte sich Fröhlich mit zwei zweiten Plätzen den Sieg in der Gesamtwertung. „Ich habe schon ziemlich unter Druck gestanden. Schließlich war die Meisterschaft noch nicht entschieden”, so der junge Fahrer. Um so ausgiebyiger hat Familie Fröhlich im Nachhinein gefeiert. Vater Michael wurde in Kleinhau und in der Gesamtwertung Fünfter.

Den dritten Meistertitel für den MSC fuhr Routinier Franz-Georg Simons ein. Der Fahrer aus Kreuzau hat schon vor dem Wochenende als Meister in der Klasse Twinshock festgestanden. In Kleinhau musste er aus gesundheitlichen Gründen passen.