Düren: Am 1. Mai geht es um faire Löhne

Düren: Am 1. Mai geht es um faire Löhne

„Das ist das Mindeste”, heißt es am kommenden Sonntag bei der Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Düren. Was mit diesem Minimum gemeint ist, erklärten am Dienstag Karl Panitz und Ralf Woelk vom DGB: faire Löhne, gute Arbeit und soziale Sicherheit.

Dafür sollen am Tag der Arbeit in Düren wieder viele Menschen auf die Straße gehen. Die Zeiten, als ein normales Arbeitsverhältnis unbefristet war, dazu sozialversichert und eine Vollzeitstelle, die seien längst vorbei.

Heute, so prangerte Woelk an, gebe es immer mehr Minijobs, Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse. Bundesweit steckten 7,2 Millionen Menschen in Minijobs, zwei Drittel von ihnen hätten ausschließlich Minijobs. Das Mittel der Leiharbeit werde vollständig zweckentfremdet. Arbeitgeber würden Stammpersonal durch Leiharbeiter ersetzen um Geld zu sparen.

Und indem Arbeitgeber etwa im Handel eine Vollzeitstelle einfach in zwei bis drei Minijobs umwandeln würden, „beschädigen sie die Sozialsysteme”. Außerdem: „Die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse hat einen traurigen Höhepunkt erreicht.” Über 50 Prozent aller von den Agenturen vermittelten Personen, so Woelk, hätten lediglich befristete Jobs bekommen.

Nicht hinnehmbar sei, was sich im Bereich der Jobcenter abspiele. In Düren „stehen dort für 2012 über 22 Prozent weniger Mittel zur Verfügung.” Die Jobcenter, die gerade die Langzeitarbeitslosen in Lohn und Brot bringen sollen, bekommen bundesweit für diese schwierige Aufgabe demnächst deutlich weniger Geld als noch 2011.

Ende März gab es im Kreis Düren 10.800 Arbeitslose. 2600 werden von der Arbeitsagentur betreut, 8200 von der Jobcom. Die 8200 seien Langezeitarbeitslose, die meist Hartz IV beziehen. Wie überall, so sind auch im Kreis Düren 75 Prozent aller Langzeitarbeitslosen ohne Ausbildung. „Gerade sie brauchen eigentlich langfristige Qualifizierungsmaßnamen”.

Der 1. Mai in Düren, das sei ein Bürgerfest, ein Volksfest, meinte Karl Panitz. Man trifft sich um 10 Uhr in der Kuhgasse, zieht dann mit der Trommelgruppe „Manos Rapidos” zum Willy-Brandt-Park, wo es ein Rahmenprogramm gibt mit Infotischen und einer Gesprächsrunde statt einer traditionellen Ansprache. Panitz wird die Runde moderieren, bei der Dagmar Becker von der regionalen Armutskonferenz im Kreis Düren sprechen wird und Paul Zimmermann von der IG Metall Verwaltungsstelle in Düren.

Hinweise auf den Plakaten zum 1. Mai machen darauf aufmerksam, dass Rechtsradikale von der Veranstaltung ausgeschlossen werden. Darauf hinzuweisen, das hält Panitz in Düren für sinnvoll und auch erforderlich.