Schmidt: „Alles bestens geregelt“: Garanten für amüsanten Bühnenspaß

Schmidt: „Alles bestens geregelt“: Garanten für amüsanten Bühnenspaß

Vor vollem Haus fand die Premiere des Theaterstückes „Alles bestens geregelt“ am Samstag im Schützenhof statt. Die Zuschauer hatten einen Riesenspaß. Seit über zwei Jahrzehnten ist die Theatergruppe des TuS Schmidt Garant für einen amüsanten Abend, einige Laienschauspieler sind vom alten Stamm, sie werden jedes Mal mit spontanem Applaus begrüßt.

Und die „Neuen“ — diesmal starteten zwei ihre Theaterlaufbahn in Schmidt — werden mit wohlwollender Neugier betrachtet.

Als der Vorhang aufging, konnte man gleich die liebevoll hergerichtete Bühne bestaunen, eine ländliche Idylle mit Holzschuppen und Werkzeug, mit Milchkanne und Kaninchen im Stall. Hier hat die Theatergruppe (allen voran Helmut Bergsch) wertvolle Vorarbeit für eine stimmige Aufführung geleistet. Zunächst gehörte die Szene Kurt Deuster, ihn kann man wohl als Urgestein des Schmidter Theaters bezeichnen.

Die Rolle des verschrobenen, eigenwilligen Opas ist ihm auf den Leib geschrieben. Seine verwitwete Schwiegertochter Rosi (Marina Lennartz) hat ihre liebe Not mit ihm, und deren Mutter Klara (Karina Huben), ein leidenschaftlicher Putzteufel, wird als der „Feldwebel mit dem Sauberkeitsfimmel“ bezeichnet. Nur mit List können die Frauen den Opa, der langsam Patina ansetzt, bändigen.

Da taucht der erste Feriengast auf: Hajo, ein Schriftsteller. Er ist nicht gerade ein Sympathieträger mit seinen frauenfeindlichen Sprüchen, beispielsweise „Frauen sind wie Krawatten, man wählt sie meist bei schlechter Beleuchtung aus, und dann hat man sie am Hals!“ Rosi erträgt ihn zähneknirschend; hier hat Marina Lennartz eine textreiche Hauptrolle übernommen, die sie mit Bravour meistert. Und Rolf Wergen, der sein Debüt auf der Bühne gibt, spielt wunderbar den hochnäsigen Angeber.

Als Dr. Reinhard Kümmerlich hinzukommt, wird er von Rosi für den Tierarzt gehalten und kurzerhand in den Stall abgeführt, wo die Bless kalbt! Zu schön mimt Klaus Schönewald den verirrten Wanderer, der etwas schusselig ist und etwas langsam in seinen Reaktionen. Und die Zuschauer lachten sich kaputt, als er mit Opa ordentlich einen trinkt…

Ein Volltreffer ist die dusselige, naive Postbotin Lisa: Auf der Suche nach dem einzig Richtigen, mit dem sie den Gipfel der Liebe erklimmen will, lässt Judith Hallmanns das Publikum in Lachsalven ausbrechen. Und dann die dreiste, geizige Nachbarin Brunhilde: Helga Nideggen, die aufgrund eines Krankheitsfalls in letzter Minute einspringen musste, liefert eine Glanznummer ab.

Helmut Bergsch darf als Justav Jlitzer unbeholfen stottern, köstlich amüsiert man sich über die Missverständnisse, die er hervorruft. Auch Sandra Schmunkamp gelingt ein guter Start im Schmidter Theater, sie gibt sich zickig als die verwöhnte Partnerin von Hajo, dem Schriftsteller. Fazit: Ein tolles Stück mit einer perfekten Besetzung. Lang anhaltender Applaus belohnte die Akteure, auch die erstmalig im Souffleusekasten sitzende Tanja Bergsch, die ihre Aufgabe gut meisterte.

Am kommenden Wochenende können die Theaterfreunde das Stück wieder genießen, am Samstag, 23. März, um 20 Uhr und am Sonntag, 24. März, bereits um 18 Uhr.

(ale)
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