Aktion für Flüchtlingskinder: Mit dem Bus von Paris nach Berlin

Schicksale von Flüchtlingskindern : „Kinder leben unter fürchterlichen Begingungen“

Der Hamburger Filmemacher Grigorij Richters möchte 1 Million Schritte gehen. „Nun ja eigentlich werden es wohl eher 1,6 Millionen sein, wenn ich in Berlin angekommen bin“, sagt der 31-jährige auf seinem Zwischenstopp in Düren am Freitag.

Um auf das Schicksal von Flüchtlingskindern in Auffanglagern in ganz Europa aber vor allem in Griechenland aufmerksam zu machen hat er sich am 27. Oktober in Paris auf den Weg gemacht und möchte bis zum 1. Dezember vor dem Brandenburger Tor stehen.

Mit dabei ist sein alter VW-Bus, den freiwillige Fahrer mit ihm Richtung Berlin bewegen und auf dem er Unterschriften und Geschichten von Unterstützern sammelt. Ihm war das Projekt eine Herzensangelegenheit:

„Ich selbst war noch nicht in einem der griechischen Lager, aber einige Freunde von mir arbeiten dort und über sie bin ich mit alleinreisenden Kindern in Kontakt gekommen, die dort teilweise schon seit Jahren unter fürchterlichen Bedingungen ausharren“, erzählt Richters. „Diesen Sommer habe ich mir dann gedacht, dass ich jetzt über dreißig bin, so langsam sollte man sich ja niederlassen und einem sicheren Job nachgehen. Wenn ich es also jetzt nicht mache, dann wohl nie.“

So brach der Filmemacher auf und hat nun schon 280.000 Schritte hinter sich gebracht und rund 900 Unterschriften auf seinem bunten Bus gesammelt. Vor allem die Bundesregierung soll auf seine Aktion und die Kinder in den Flüchtlingslagern aufmerksam werden. Zwar hat ihm zum Beispiel die Aachener Bürgermeisterin bereits zugesichert, dass ihre Stadt Kinder aufnehmen könnte, doch da es um Lager im Ausland geht, braucht Grigorij Richters die Unterstützung vom Bund.

In Düren hielt er mit seinem Bus beim Cafe International bei der Evangelischen Gemeinde. Bürger, Flüchtlinge und Mitglieder des Freiwilligenzentrums kamen vorbei und hinterließen ihre Unterschriften. „Ich finde es toll, dass überall immer wieder Menschen vorbei kommen und mich zu unterstützen“, sagt Richters. „Schließlich kannte ich bis heute Morgen hier noch niemanden. Alle sind immer sehr positiv und bisher sind negative Reaktionen wirklich die Ausnahme.“

Wer Grigorij Richters Weg verfolgen oder sein Projekt unterstützen möchte, findet alle Infos unter imarchforyou.org/deutsch oder auf seinen Social Media Profilen auf Facebook und Twitter. 

(kim)
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