Merzenich: Ärger rund um das Aktivisten-Camp

Merzenich: Ärger rund um das Aktivisten-Camp

Mussten es diese großen Steine sein, hätte nicht ein Durchfahrtsverbots-Schild gereicht? Mails diesen Inhalts bekommt seit einigen Wochen der Bürgermeister von Merzenich, Peter Harzheim. Mit den Steinen in der Nähe des Aktivisten-Camps bei Morschenich sei alles in Ordnung, so Harzheim sinngemäß. Trotzdem: Die Steine werden nach Ostern abtransportiert, die Fachfirma sei bereits informiert.

Mit der Errichtung der Betonsperren sei „ein Gefahrenpotential entstanden“, so sehen es die Beschwerdeführer, die sich auch an die „DN“ wandten. Und sie fragen: Was, wenn ein Rettungsfahrzeug die Sperren nur mit Verzögerung passieren kann und es zu einer Gefährdung von Menschenleben kommt? Auf ihre Mail an den Bürgermeister haben sie bisher keine Antwort bekommen.

Harzheim ist unterdessen nicht gut auf die Wiesenbesetzer zu sprechen. Diese oder ihre Unterstützer seien mit Wagen einen Wirtschaftsweg entlang gefahren, der jetzt kein solider Grasweg mehr, sondern eine Schlammwüste sei. Die Steine sollten (mit ausdrücklicher Zustimmung des Straßenverkehrsamtes) die Wege schützen. Sie würden nach Ostern wegen besserer Witterung nicht mehr gebraucht.

Der Bürgermeister lässt derzeit prüfen, ob der Eingentümer der Wiese für die Kosten der Wiederherstellung des Wirtschaftsweges aufkommen muss. Es sei mit Kosten zwischen 5000 und 10.000 Euro zu rechnen. Der Eigentümer der Wiese dulde schließlich das Camp seit Wochen. Harzheim sagt: „Wir lassen uns nicht alles kaputtmachen von diesen Leuten.“

Ärger gibt es unter anderem auch mit einem Jagdpächter in Morschenich. Der wurde im Rathaus vorstellig und berichtete, dass derzeit Wildschweine gejagt werden müssen. Er habe die Bewohner des Camps gebeten, sich nachts oder im Dunkeln nicht ohne Taschenlampe oder leuchtende Kleidung zu bewegen. Der Mann hat offenbar Angst, dass er einen Besetzer trifft, wenn er in der Dunkelheit auf Wildschweine schießt.

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