Heimbach: Adler läutet den Baubeginn ein

Heimbach: Adler läutet den Baubeginn ein

Die ersten Holländer waren am Freitag schon da. Sie schauten sich die Gegend an, in der sie „spätestens ab Anfang 2012”, wie es hieß, Urlaub machen werden. Wenn alles so abläuft, wie am Freitag Heimbachs Bürgermeister Bert Züll, Landrat Wolfgang Spelthahn und Resort-Entwickler Don van Schaik von Dormio Leisure Development vorhersahen, dann werden den ersten Niederländern noch tausende folgen.

Am Freitag traf sich eine vielköpfige Gesellschaft, der auch Regierungspräsident Hans Peter Lindlar angehörte, zum ersten Spatenstich. Attraktion des Tages war ein Adler aus dem Wildfreigehege Hellenthal, der auf Zuruf von weit her angeflogen kam und die zum Ereignis passende Urkunde brachte.

Lindlar hatte am Stausee, wo der Luxus-Ferienpark sich einmal befinden wird, „ein Urerlebnis”. „Deutschland braucht die Niederlande”, so Lindlar, damit in der kleinsten Stadt des Regierungsbezirks die aktuell größte touristische Investition von NRW getätigt wird.

Ein Brauhaus

Für über 40 Millionen Euro werden 96 Ferienhäuser, 84 Ferienwohnungen, Restaurants, ein Freibad, ein Schwimmbad mit Außen- und Innenbecken, Shops, Restaurants und sogar ein Brauhaus errichtet. An Attraktionen wird es den Gästen in der Region nicht fehlen. Nicht zuletzt, weil - laut Regierungspräsident - demnächst die Fahrrad-Strecke Aachen/Luxemburg auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse ausgebaut wird.

Über 30 Jahre lang, so gab Bürgermeister Züll zu, habe man für das Gelände nach einem Investor gesucht. Und dann, so Züll, sei mit der Hilfe von Ex-Landrat Adolf Retz alles recht schnell gegangen. Am 11. September 2007 sei eine Skizze des Projekts erstmals im Rat vorgestellt worden, und nicht mal drei Jahre später treffe man sich zum ersten Spatenstich.

Mit bis zu 290.000 Übernachtungen pro Jahr wird nach einer Anlaufzeit gerechnet. Beim Verein Rureifel-Tourismus lernt man schon fleißig Holländisch, so war am Rande der Veranstaltung zu erfahren. Die meisten Käufer und Mieter der Wohneinheiten werden Niederländer sein.

Don van Schaik teilte mit, er habe wegen der weltweiten Finanzkrise drei weitere Investoren mit ins Boot genommen: die Firma Ten Brinke Wohnungsbau GmbH, die Rabobank und einen Finanzinvestor aus Holland. Verkauft seien an einen Großinvestor 30 Wohneinheiten der Anlage und 40 an Einzelkäufer, „und das bei Häusern und Appartements, die noch nicht mal stehen”. Er bedankte sich übrigens scherzhaft bei Züll, „dass sie über 30 Jahre lang gewartet haben”.

Skepsis an der Finanzierbarkeit des Projekts soll im Rat der Stadt bisweilen geäußert worden sein, speziell die Liberalen sollen nach mehr als mündlichen Verkaufs-Bestätigungen gefragt haben. Doch davon war beim Spatenstich nichts zu hören. Schon gar nicht, als Landrat Wolfgang Spelthahn das Wort ergriff und einen dicken Packen Papiere, den genehmigten Bauantrag, überreichte. Spelthahn meinte, die Heimbacher hätten bewiesen, dass in Deutschland nicht immer die Bedenkenträger das letzte Wort haben.

Vermieter des Resort wird „Landal Green Parks” sein. Die Anlage ist sieben Hektar groß, es wird in den Wohnungen und Häusern insgesamt 1154 Betten geben. Architekt Ger Kengen wird den Fachwerk-Stil imitieren, „denn die Anlage muss in die Gegend passen”.