Golzheim: Abrissbagger steht bereit: Das Pfarrhaus ist nicht mehr zu retten

Golzheim : Abrissbagger steht bereit: Das Pfarrhaus ist nicht mehr zu retten

Das Versprechen von Pfarrer Andreas Galbierz, abgegeben zu Beginn der Informationsveranstaltung, hatte auch an deren Ende noch Gültigkeit: „Wir möchten für die Menschen in Golzheim etwas auf die Beine stellen, denn sie müssen einen Ort haben, an dem sie sich treffen können“.

Nach zweistündiger intensiver Diskussion galt auch noch ein weiteres Wort des Leiters der GdG Merzenich/Niederzier: „Nichts ist beschlossene Sache; wir streben einen gemeinsamen Weg an“.

Seit Jahren schon, so der Pfarrer zu Beginn der von rund hundert Personen besuchten Information in der Kirche St. Gregorius, machte man sich in Golzheim Gedanken über das Pfarrhaus und das Pfarrheim an der Pastoratsstraße ebenso wie den benachbarten, von der Zivilgemeinde Merzenich gepachteten Pfarrgarten. „Die Kirche ist Eigentümerin der Immobilien; sie entscheidet, was sie damit tut“, machte in einem Statement Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) klar.

Und klar ist auch, dass für Pfarrhaus und Pfarrheim Abbruchgenehmigungen vorliegen. „Das seit Jahren nicht genutzte Pfarrhaus ist nicht zu retten; da rückt in Kürze die Abrissbirne an“, stellte Pfarrer Galbierz fest. Eine Renovierung oder Sanierung ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu vertreten.

Anders ist die Sache beim Pfarrheim. „Das ist für Golzheim wichtig“, weiß Bürgermeister Gelhausen. Und Pfarrer Galbierz versichert: „Es wird nichts geschehen, so lange kein Ersatz da ist“. Die Kirche, die vom Bistum Aachen „keinen Cent mehr zu erwarten hat“ und alle Investitionen selbst aufbringen muss, möchte das Gelände an der Pastoratsstraße einschließlich des Pfarrgartens als Bauland verkaufen.

Vorstellungen über eine Bebauung bestehen bereits. Aus dem Erlös des Grundstücksverkaufs könnte dann in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues Pfarrheim entstehen. Zwei mögliche Varianten wurden ebenfalls vorgestellt.

Die Golzheimer selbst zeigten sich in der Diskussion sehr kreativ. Auf die Dürener Marienkirche verwies Dr. Maria Schoeller und regte an, gesellschaftlich nutzbare Räume in das Gotteshaus zu integrieren. „Schon angedacht, aber noch nicht durchgedacht“, sagte Pfarrer Galbierz.

Einige Diskussionsteilnehmer wollten die Gemeinde in die Pflicht genommen wissen: „Die muss für die Jugend und die Vereine etwas tun“. Eine Anregung ging in die Richtung, die Gemeinde sollte das Gelände der Kirche abkaufen und selbst bauen. Andere wiederum wollen den Pfarrgarten erhalten. Ortsvorsteher Johannes Müller: „Da stehen geschützte Bäum.“

An Ideen fehlte es also nicht. Für die handelnden Personen gibt es in den nächsten Wochen und Monaten viel zu besprechen. Wichtig allerdings: Das Pfarrheim wurde am Morgen nach der Info-Veranstaltung wieder von an die 100 Personen beim Seniorenfrühstück genutzt.

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