90 Zuhörer bei der Ausschusssitzung

Die Diskussion um zwei Sportplätze : Üdingen jubelt, Untermaubach wartet

Fast alle der etwa 90 Zuhörer in der Sitzung des Kreuzauer Sanierungs- und Entwicklungsausschusses kamen aus Üdingen, ein paar aus Untermaubach. Ihnen ging es vor allem um die Fragen: Bleiben unsere Sportplätze erhalten? Bevor sie darauf eine Antwort bekamen, wurde ihnen politisches Gezänk geboten.

Es wurden alte Streitigkeiten zwischen CDU, Grünen und SPD – etwa über Sinn und Zweck eines Sportstättenbedarfsplanes hervorgeholt. Es wurde darüber gestritten, wer was irgendwann einmal gesagt und wie er es gemeint hatte, über Interpretationen von alldem. Vieles drehte sich im Kreis.

Der Appell von Bürgermeister Ingo Eßer (CDU), dass die Fraktionen doch das direkte Gespräch mit den Betroffenen suchen sollten, unterstrich die Distanz ebenso wie die Aussage eines Politikers, dass er noch nie mit den Beteiligten über das Thema gesprochen habe – und der das sogar hervorhob, als würde es seine Unabhängigkeit ausmachen.

Natürlich wurden auch Sachargumente zu Kosten von Sportplätzen und dem Überschuss an Sportstätten angesichts immer weniger Spieler vorgetragen, ein Für und Wider ausgelotet, die wichtige Arbeit der Vereine als Seele der Dörfer gelobt. Hängen blieb bei vielen aber etwas anders.

Am Ende zeichnete sich dann aber doch klar ab, dass die Mehrheit der Politik für den Erhalt des Üdinger Sportplatzes ist, wie es sich schon bei einer Debatte im Mai angedeutet hatte. Umso weniger verständlich erschien vielen die Diskussion vorab. Der Sportplatz in Üdingen soll also bleiben, weil er ein sehr guter Platz ist, die Dorfbevölkerung ihn braucht und auch andere Vereine ihn gerne nutzen. Die Üdinger jubelten, auch wenn eine endgültige Entscheidung und Abstimmung im Rat noch aussteht.

Für die Untermaubacher wird der Erhalt des Platzes eine Frage der Zeit – in der Debatte zeichnete sich ab, dass die Kommunalpolitiker dem Sportverein eine Chance geben wollen, seine Ideen und Expansionspläne umzusetzen. Der Pachtvertrag läuft ohnehin noch bis 2021. In der Debatte kristallisierte sich aber auch heraus, dass die Verwaltung gewillt ist, dem Verein auch noch mehr Zeit zu geben.

(smb)
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