50 Kinder singen mit Eltern und Großeltern

Konzertreihe „Andantino“ in Schloss Burgau : Kinder sorgen für Regen und Donner

„Andantino“ ist der Name für ein musikalisches Spieltempo, sozusagen „das kleine Andante“, was bedeutet, dass es etwas weniger gemächlich daherkommt als das langsame, ruhige Andante.

Der perfekte Name also für den Helden der gleichnamigen Konzertreihe für Kinder, die den Rahmen bildet für viele musikalische Entdeckerreisen, zu der die niedliche Puppe mit den abstehenden Haaren einlädt.

Den Begrüßungssong, der auf Schloss Burgau gespielt wurde, bevor sich Andantino aufmachte, den Herbst mit seinen Geräuschen, Melodien und Eigenarten kennen zu lernen, konnten fast alle der rund 50 drei- bis sechsjährigen Kinder samt Eltern und Großeltern schon mitsingen und -tanzen. Komponiert wurde das „Andantinolied“ von Gitarrist und Musikpädagoge David Schlünkes, der den Kindern auch erklärte, dass eine Gitarre einen Körper und einen Hals hat und dass man mit ihr nicht nur Melodien spielen, sondern auch zupfende und schlagende Geräusche erzeugen kann. Klänge, mit denen man Regen und Donner klanglich nachbilden kann. Um möglichst viele verschiedene Klangarten vorzustellen, spielte er den kleinen und großen Zuhörern Heitor Villa Lobos „Prelúde Nr. 1“ vor.

Anja Leu, die Initiatorin der Musikreihe, Diplom-Musikpädagogin mit Hauptfach Trompete und studierte Musikvermittlerin, sorgte gemeinsam mit Querflötistin Linn Richardt für den erzählerischen Rahmen. Die beiden berichteten von Herbststürmen und Blätterbergen, von Igeln, die sich einmummelnd auf den Winter vorbereiten und von Regenwürmern, die – ganz anders als der Mensch – lieber draußen seien, wenn es regnet.

Anhand der Geschichte über einen Igel, der sich wiederholt, indem er immer weiter läuft, während er zwischendrin die verschiedensten Dinge erledigt, erklärten sie das Prinzip des musikalischen Rondos - also eines Musikstückes mit wiederkehrenden Passagen, zu denen sich immer wieder neue Teile hinzugesellen.

Sogleich wurde dieses Musikprinzip musikalisch umgesetzt, von Anja Leu an der Trompete und David Schlünkes an der Gitarre, die gemeinsam Leonard Bernsteins „Rondo for Lifey“ spielten.

Mitmachen konnten die Kinder bei allem, was zur musikalischen Begleitung geeignet war. Und so wurde mit Laub geraschelt und mit den Fingern auf den Boden geklopft, womit sich schöne Regen- und Donnertöne erzeugen ließen.

Musikalische Leckerbissen gab es immer dann zu hören, wenn alle drei Musiker gemeinsam zur Kammermusik aufspielten. Sie interpretierten, passend zum Thema, zum Beispiel den dritten Satz aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, in dem der Herbst vertont wird.

Die Konzertreihe „Andantino“– eine Kooperation mit dem Konzertforum „Capella Villa Duria“ und Düren Kultur – gibt es seit 2015. Initiatorin Anja Leu ist unter anderem Lehrbeauftragte der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Bereich der elementaren Musikpädagogik. Sie begleitet als Dozentin im Education Programm „Ohren Auf!“ des Gürzenich Orchester Köln verschiedene Musikvermittlungsformate für Kinder.

Das nächste Abenteuer von Andantino findet am Sonntag, den 2. Dezember auf Schloss Burgau statt. Dann geht die Puppe auf eine Reise in den Norden. „Von Lichtern und Fjorden“ heißt diese Folge, die ab11 und ab 15 Uhr zu hören und zu sehen sein wird. Karten sind erhältlich im I–Punkt am Markt in Düren (02421/252525).

(aha)
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