25. „Herbst-Speci-Spektakel“ im Kloster-Kultur-Keller

Die „Strippke Treckers“ laden zum Figurentheater ein : Don Camillo und Peppone balgen sich

Proppenvoll war es m Kloster-Kultur-Keller am Franziskus-Gymnasium Vossenack: Über 50 Freunde des Puppenspiels wollten sich „Don Camillo und Peppone“ nicht entgehen lassen.

Damit wurde das 25. „Herbst-Speci-Spektakel“ beendet; die „Strippkes Trekker“ die zu mehreren Aufführungen, auch von befreundeten Figurentheatern, eingeladen hatten, blickten höchst zufrieden auf die vergangenen Tage zurück. Bruder Wolfgang Mauritz: „Wir sind nicht in die Aula gegangen, wir wollen das Speci-Spektakel hier im Kloster-Kultur-Keller etablieren.“ Nahezu alle Aufführungen waren ausverkauft; besonders „Nudo“, welches von den „Strippkes Trekkern“ gespielt wurde und das Leben des heiligen Franziskus schildert, sei eine sehr gute Vorstellung gewesen. „Es ist eine solche Spannung entstanden – es knisterte“, erinnerte sich Bruder Wolfgang begeistert.

Zum Schluss ging es italienisch zu: Die beiden legendären Kontrahenten Don Camillo und Peppone, erfunden von Giovanni Guareschi, wurden als Handpuppen aus dem Puppenkasten der „Dornerei“ hervorgezaubert. Markus Dorner, der Puppenspieler, machte alles alleine: Kulissen verschieben, die Figuren spielen und noch dazu ein paar Einlagen bieten auf dem Fahrrad – alles alleine und alles grandios.

Er kam zu italienischer, einschmeichelnder Musik rein, auf dem Fahrrad in den kleinen Kellerraum, und verteilte im Publikum, wie es sich für die beiden Hauptfiguren gehört, sowohl Bibeln als auch das kommunistische Manifest. Natürlich geraten die beiden Streithähne gleich aneinander: Peppone bezeichnet seinen Heimatort Pulcinella als das „Kuba Italiens“ und trällert die „Internationale“, prompt beschimpft ihn der aufbrausende Don Camillo. Immer wieder ringen die beiden Holzköpfe miteinander, und „der Herr“ an einem Kreuz aus Olivenholz muss begütigend eingreifen. Auch die tierischen Nebenrollen entzückten das Publikum: das Huhn Colombina, ein verrückter Jagdhund und eine brüllende Kuh, die die beiden schließlich aus Mitleid gemeinsam melken. 21

Das Stück war gespickt mit listigen und vergnüglichen Anspielungen, da gibt es den Club der paffenden Pfaffen und den Hund Bello Bellusconi! Und römisch-kommunistische Kompromisse. Das Publikum spendete lang anhaltenden Applaus und wird zweifellos den schönen Figurentheaterabend an die große Glocke hängen, wie es sich Don Camillo gewünscht hat.

(ale)
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