21. Peter-und-Paul-Lauf: 1400 Läufer, 15.000 Kilometer, 48.500 Euro

Peter-und-Paul-Lauf : 1400 Läufer, rund 15.000 Kilometer und 48.500 Euro

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 1400 Läufer haben am Freitagabend beim 21. Peter-und Paul-Lauf auf der Sportanlage des Dürener Turnvereins an der Dr.-Overhues-Allee 37.921 Runden und damit 14.168 Kilometer zurückgelegt. In Kilometergeld umgerechnet sind das 62.638,17 Euro, von denen Peter Borsdorff noch am Freitag 48.511 an 30 Kindergärten und Schulen der Region und acht Kinder mit ihren Familien übergeben hat.

Begonnen hatte der Tag für Borsdorff, der vor 23 Jahren seine Initiative „Running for Kids“ gegründet hat, mit einer sehr traurigen Nachricht. Der achtjährige Leon, für den der „Läufer mit der Sammelbüchse“ gerade eine Hilfsaktion gestartet hatte, ist am Freitagmorgen gestorben. „Das hat mit sehr getroffen“, sagte Borsdorf. „Aber solche Erlebnisse gibt es leider immer wieder. Aber es gibt eben deutlich mehr schöne und berührende Begegnungen, die mich antreiben und immer weitermachen lassen.“

So wie die Begegnung mit dem kleinen Jungen im blauen Trikot, der am Freitag plötzlich neben Borsdorff stand und die letzte Runde unbedingt an der Hand des ehemaligen Marathonläufers absolvieren wollte. „Weißt du eigentlich, dass ich dich lieb habe, weil du immer für die kranken Kinder unterwegs bist“, hat der Junge plötzlich zu Borsdorff gesagt. Und der hat spätestens in diesem Augenblick vermutlich alle Strapazen rund um den Peter-und-Paul-Lauf mit tagelangen Vorbereitungen, die nur dank der tatkräftigen Unterstützung von 30 ehrenamtlichen Helfern möglich ist, vergessen. „Ich weiß, dass ich oft belächelt werden, weil ich immer sage, dass ich das schönste Hobby der Welt habe“, sagte Borsdorff. „Aber es stimmt wirklich. Und ich sage das aus tiefer Überzeugung.“

Wie immer war der Peter-und-Paul-Lauf ein riesengroßes Familienfest. Kinder, Erwachsene, Menschen im Rollstuhl und mit Nordic-Walking-Stöcken, Hand-Biker sowie Abordnungen von Unternehmen, Schulen und Kindertagesstätten hatten sich in den Dienst von „Running for Kids“ gestellt und drehten unermüdlich ihre Runden. „Bitte vergesst das Trinken nicht“, ermahnte Bordorff die Teilnehmer immer wieder, und überhaupt konnte der Dürener die allermeisten Läufer persönlich begrüßen.

Ohne Blick auf die Uhr

Vielen hat er in den vergangenen 23 Jahren mit einer Spende geholfen, viele sind Sportfreunde und Laufkameraden, die bereit waren, für einen Abend den Leistungsgedanken und den Blick auf die Uhr zu vergessen, um gemütlich für Kinder in Not zu laufen. Die Läufer kamen aus der gesamten Region. Mit von der Partie waren beispielsweise auch zwei Jülicher Sportler, für die staubige Bahnläufe ein Greuel sind. Weil sie aber trotzdem für Borsdorff Kilmeter machen wollten, waren sie kurzerhand die 27 Kilometer von Jülich nach Düren gelaufen – über die Straße, aber für den guten Zweck.

„Für mich ist es einfach Ehrensache, beim Peter-und-Paul-Lauf dabei zu sein“, erklärte Jochen Maurer. Der 51-jährige Dürener hat erst zwei der 21 Benefizläufe verpasst – und das auch nur, weil er krank war. „Natürlich ist es toll, was Peter Borsdorff leistet, aber es ist auch einfach schön, hier mitzumachen. Es ist ein klitzekleines bisschen wie Annakirmes.“ Viele Leute würde er immer nur bei diesem Lauf treffen. „Und dann drehen wir unsere Runden und quatschen. Das macht einfach Spaß.“ Klar, dass Jochen Maurer auch im nächsten Jahr wieder seine Runden beim Peter-und-Paul-Lauf drehen wird. Den 26. Juni hat er sich jedenfalls schon fest in den Kalender eingetragen. Dann beginnt um 17 Uhr der große Benefizlauf.

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