Düren: 20 Häuser mitten in der Stadt

Düren: 20 Häuser mitten in der Stadt

Das brach liegende Hannemann-Gelände an der Dürener Bahnstraße soll in drei Abschnitten entwickelt werden. Im ersten Abschnitt ist auf einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern eine Wohnbebauung vorgesehen. Hier könnten zehn Doppelhäuser entstehen.

Nachdem die alten Industriehallen im vergangenen Jahr zurückgebaut wurden, hatten sich der Projektentwickler Georg Hartl, der für die Erbengemeinschaft das Grundstück an Investoren veräußern möchte, und die Stadt zunächst nicht über die Frage einigen können, in welchem Bereich des etwa 25 000 Quadratmeter großen Grundstücks eine Wohnbebauung zulässig ist. Stadtplaner Marcus Steffens hatte stets darauf verwiesen, dass eine Wohnbebauung nicht zu nah an das benachbarte Gelände der Firma Zimmermann & Jansen heranreichen dürfe. Die Stadt will damit vermeiden, dass eine mögliche Erweiterung von Zimmermann & Jansen durch eine dann vorhandene Wohnbebauung verhindert würde.

Hartl hatte hingegen immer eine klare Angabe von der Stadt verlangt, welcher Abstand zum Z & J-Gelände einzuhalten sei. Geeinigt haben sich beiden Seiten nun darauf, zunächst auf einem Drittel den Bereich des Geländes zu entwickeln, der am weitesten von Z & J entfernt ist. Stadtplaner Marcus Steffens: „Es gibt einen Investor, der auf dieser Fläche 20 Wohneinheiten erstellen will. Dabei handelt es sich um Doppelhäuser und Reihenhäuser.“ Auch im 2. Bauabschnitt wird eine Wohnbebauung zulässig sein. Alternativ ist eine gewerbliche Nutzung möglich. Die darf allerdings nicht „zentren-relevant“ sein, wie es Steffens mal formuliert hatte.

Der Vorteil der abschnittsweisen Entwicklung: Die Frage der genauen Abstandsregelung zum Z & J-Gelände ist damit hinausgeschoben. Das könnte sich für die Erbengemeinschaft unter Umständen noch als Gewinn herausstellen. Zimmermann & Jansen platzt am eigenen Standort aus allen Nähten und wird sich vermutlich noch in diesem Jahr äußern müssen, ob man am Standort in der Bahnstraße eine Erweiterung vornimmt oder an einem anderen Standort komplett neu baut.

Als positiv bewertet auch Projektentwickler Georg Hartl die derzeitigen Gespräche mit der Stadt: „Die Abstimmungsgespräche werden in den nächsten Tagen oder Wochen abgeschlossen sein. Es geht da aber eher nur noch um technische Fragen.“ So muss der Investor auf der Industriebrache mehrere Auflagen erfüllen, zum Beispiel den potenziell belasteten Boden sanieren.

Zum Investor selbst will Hartl derzeit noch keine Angaben machen, aber: „Er kennt sich mit den Anforderungen an Industriebrachen aus und hat schon mehrere solcher Vorhaben realisiert.“ Bleibt nur noch ein Punkt offen: Investor und Erbengemeinschaft müssen sich auf einen Kaufpreis für das Areal einigen.