15. Städtepartnerkonferenz findet Ende Juni im Kreis Düren statt

Außenminister bei Städtepartnerkonferenz : Annäherung an Russland im Kreis Düren

Um die deutsch-russischen Beziehungen schien es schon einmal besser bestellt. Geschehnisse in der Welt belasten das Miteinander der beiden Staaten. Der Kreis Düren will im Juni den Weg zu einem besseren Verhältnis ebnen: Vom 25. bis zum 28. Juni werden zahlreiche Gäste aus Russland zur 15. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz erwartet. Der Auftakt der mit zahlreichen Veranstaltungen gespickten Zusammenkunft findet jedoch im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Schon jetzt ist klar, dass zahlreiche Gäste aus Russland zur Konferenz in den Kreis Düren kommen. Vor wenigen Tagen besuchten Spelthahn und die Geschäftsführerin des Fördervereins der Partnerschaften des Kreises Düren, Annegret Greven, die russische Partnerstadt Mytischi. „Dort haben wir gespürt, welche Bedeutung diese Konferenz für die Menschen in Russland hat“, berichtet Spelthahn. In Deutschland bestehen insgesamt 114 aktive Partnerschaften zwischen Städten beider Länder. Düren und der Rajon (Kommunalkreis) Mytischi pflegen als einzige Kreise eine vertraglich fixierte Freundschaft.

Probleme im Rheinischen Revier beschäftigen auch die Menschen in Russland und spiegeln sich im Programm der Konferenz wider. Eine der insgesamt acht Arbeitsgruppen befasst sich mit dem Thema „Energieeffiziente und nachhaltige Stadtentwicklung“, koordiniert von der Deutschen Energie-Agentur. Andere Gruppen befassen sich mit den Themen Inklusion, Digitalisierung, Kultur und Sprache, Demographischer Wandel und medizinisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit – alles Themen, die auch die Kommunen im Kreis Düren seit langem beschäftigen. „Wir hoffen, dass beide Seiten von der Konferenz profitieren“, sagt Spelthahn.

Grundsätzlich ist die Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen der Konferenz begrenzt, manche können jedoch von Bürgern besucht werden. Dazu muss man sich auf der Homepage eintragen und sich eine Teilnahme bestätigen lassen. Eine kulturelle, öffentliche Veranstaltung sei zwar geplant, aber noch nicht spruchreif, hieß es. Die Organisatoren machen kein Geheimnis daraus, dass es sich um eine Konzertveranstaltung handeln wird. Um die mehreren Hundert Gäste zu betreuen, werden Freiwillige gesucht. „Die offiziellen Termine werden von professionellen Dolmetschern betreut“, teilt Spelthahn mit. Bei den Ausflügen sind Helfer gefragt.

Die letzte Konferenz fand vor zwei Jahren im russischen Krasnodar mit über 600 Gästen statt. Im Kreishaus rechnet man „aufgrund der guten geografischen Lage“ im Juni mit noch mehr Besuchern. Dadurch würden auch die Hotels, Gastronomiebetriebe und Geschäfte gewinnen. In Krasnodar bewarb sich der Kreis Düren erfolgreich für die nächste Konferenz. „Dies war überparteilich von allen gewünscht und ein klares Signal, in dieser Frage mutig voranzuschreiten“, erinnert sich Spelthahn.

Schon Tage vor der Zusammenkunft in Düren werden sich Jugendliche beider Länder zum Austausch in Jülich treffen. Dort ist ein Camp am Brückenkopf-Park mit bis zu 80 jungen Menschen vorgesehen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In Mytischi konnte sich Spelthahn davon überzeugen, welche Ergebnisse ein solcher Austausch bringt. Die Schulen in Russland bieten neben Englisch eine zweite Sprache als Unterrichtsfach an. In den meisten Fällen ist das Chinesisch. In Dürens Partnerkreis werde inzwischen wieder häufiger Deutsch unterrichtet – „ein schönes Signal!“

Die Ergebnisse der Städtepartnerkonferenz sollen ebenfalls langfristig spürbar werden. Sie werden beim Petersburger Dialog im Juli angesprochen, wenn Spitzenvertreter beider Länder beraten. An konkreten Zahlen will man den Erfolg der Städtepartnerkonferenz jedoch nicht messen lassen. In der Hauptsache wolle man Menschen zusammenbringen.

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