Diverse Projekte: 110 Millionen Euro Förderung in Düren

Diverse Projekte : 110 Millionen Euro Förderung in Düren

Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 110 Millionen Euro aus Förderprogrammen von Bund und Land werden derzeit in einem Zeitraum von fünf Jahren in Düren verbaut. Projekte wie der Masterplan, „Gute Schule 2020“, U3-Ausbau in Kindertagesstätten, Klimaschutzprogramme oder solche zur Förderung von Elektromobilität – die Liste der Landes- und Bundesinitiativen, von denen Kommunen profitieren können, ist lang.

„Man kann sagen“, erklärt der städtische Kämmerer und Wirtschaftsförderer Thomas Hissel, „dass der Förderzeitraum im Schnitt fünf Jahre beträgt und wir also 22 Millionen Euro pro Jahr in Düren verarbeiten und in Projekten umsetzen. Das ist schon sehr viel.“

Die Konjunkturlage ist gut, davon profitieren die öffentlichen Kassen, also auch Bund und Land, die so in die Lage versetzt werden, Förderprogramme auszuschreiben. „Natürlich ist es schön, dass es so viele Fördermöglichkeiten für eine Stadt wie Düren gibt“, sagt Hissel. „Und wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, merkt man, dass es noch einiges zu tun gibt. Aber die vielen Förderprogramme bringen uns an unsere personellen Grenzen. Das gehört auch zur Wahrheit.“ Die meisten Initiativen schließen eine Förderung von Personal aus. Hissel: „Die Mitarbeiter vieler Ämter sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Mehr geht einfach nicht.“

Es sei aber zudem nicht ohne Weiteres möglich, immer mehr neues Personal einzustellen, auch wenn die Aufgaben ständig zunehmen. Hissel: „Es ist jetzt schon so, dass unsere Verwaltung alle zehn Jahre um zehn Prozent wächst. Die Gründe dafür sind schnell erklärt: Neben der Vielzahl an Fördermitteln gibt es immer wieder neue gesetzliche Aufgaben, die vom Land auf die Kommunen übertragen werden. Daneben gibt es politische Beschlüsse wie die Aufstockung des städtischen Ordnungsdienstes oder die Einrichtung von Stabsstellen. Und es gibt Ziele, die sich die Verwaltung selbst stellt – Digitalisierung zum Beispiel. Hinzu kommt, dass wir die geeigneten Arbeitskräfte auch erst einmal finden müssen.“

Bei all den Fördertöpfen, von denen die Stadt Düren derzeit profitiert, ist keiner der Europäischen Union dabei. „Viele EU-Förderprogramme“, sagt Hissel, „richten sich an die Bereiche Forschung, Innovation und Technologie.“ Als er noch bei der Stadt Aachen gearbeitet habe, habe er viel häufiger mit EU-Programmen zu tun gehabt. „Die Hälfte der Aachener Stadtgrenzen sind gleichzeitig Bundesgrenzen. Was ich sagen will: Aachen ist eine echte Grenzstadt. Außerdem gibt es die RWTH und die Fachhochschule. Beides haben wir in Düren nicht.“

Hinzu komme, dass die Beantragung von EU-Fördermitteln ungleich komplizierter als die Beantragung von Landes- und Bundesmitteln sei. „Anträge für ‚Interreg’ müssen beispielsweise dreisprachig sein. Für ‚Horizon’ braucht es mehrere wissenschaftliche Forschungspartner. Es ist also schwierig.“

Bei allen Schwierigkeiten und aller Kritik – auch an den Landes- und Bundesfördermitteln – ist Hissel trotzdem froh, dass es diese Programme gibt. „Ich würde mir allerdings wünschen, dass nicht nur eine Investitionsförderung, sondern eben auch eine Personalförderung möglich ist. Und dass es großzügigere Umsetzungszeiträume gibt und die Städte und Gemeinden mehr Zeit haben.“

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