Aachen: Zweite Streikwoche beginnt mit insgesamt 16 Not-Kitas

Aachen : Zweite Streikwoche beginnt mit insgesamt 16 Not-Kitas

Die zweite Woche des Kita-Streiks hat begonnen. Nach wie vor werden die meisten städtischen Kindertagesstätten bestreikt. Am Montag konnten nach Mitteilung des städtischen Presseamtes immerhin neun von 57 städtischen Kindertageseinrichtungen für eine Notversorgung geöffnet werden.

„Die Zahl der offenen Gruppen zu bestimmen ist schwierig, da in den Not-Kitas die üblichen Gruppenstrukturen während des Streiks nicht mehr aufrecht erhalten werden können“, teilt Björn Gürtler vom Presseamt mit. Immerhin sei die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kitas, die sich zur Arbeit gemeldet haben, ist zu Beginn der zweiten Streik-Woche leicht angestiegen, so Gürtler, daher habe am Montag eine reguläre Kita zur Notfallversorgung mehr öffnen können als noch in der ersten Streik-Woche.

Sieben Eltern-Kitas

Auch die Zahl der Einrichtungen, die von Eltern betrieben werden, ist laut Gürtler angestiegen. Dies geschieht mittlerweile in sieben Einrichtungen, so dass insgesamt also 16 Not-Kitas derzeit geöffnet sind. Die Stadt bittet trotzdem alle Eltern, wenn möglich eine alternative Betreuung zu organisieren — etwa bei Verwandten, Nachbarn oder Freunden — da die Zahl der Plätze in den wenigen offenen Einrichtungen nicht ausreicht.

Auch die Anzahl der Anrufe von Eltern bei der Stadt steigt an. „Zum einen gehen die Anrufe bei der eigens geschalteten Hotline ein, zum anderen rufen einige Eltern aber direkt im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule an“, berichtet Björn Gürtler, der bei Fragen auf die städtische Kita-Hotline unter Telefon 0241/4324444 verweist. Zugleich betont er jedoch, dass Notfallvereinbarungen von den Gewerkschaften strikt abgelehnt würden, was diese relativieren.

Obwohl Personaldezernent Lothar Barth angekündigt hatte, für diese Woche einen weiteren Vorstoß für eine Notdienstvereinbarung zu machen, ist nämlich bislang bei Verdi kein entsprechender Antrag eingegangen.

Sekretär Mathias Dopatka: „Die Arbeitgeber haben genug Beschäftigte, um einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten, wenn sie es denn wollen.“ Deshalb sehe er in der gegenwärtigen Situation auch keinen Sinn darin: „Wir sind nahe dran, aber noch nicht bei 100 Prozent Streikbeteiligung. Dann wären wir bereit, uns noch einmal zusammensetzen.“

Die Beamtengewerkschaft Komba ruft unterdessen für den kommenden Donnerstag, 21. Mai, zur Teilnahme an der landesweit zentralen Streikaktion in Bonn auf. „Nach einer Woche Vollstreik mit vielen Aktionen in Nordrhein-Westfalen sind die Kolleginnen und Kollegen noch immer hoch motiviert. Jetzt heißt es noch einmal ein lautstarkes Signal an die kommunalen Arbeitgeber zu senden“, kündigt Dirk Schröders, Streikleiter der Komba-Gewerkschaft Aachen an.

„Wir wissen zwar, dass wir den Eltern gerade viel abverlangen“, räumt Schröders ein, doch fühle er nach wie vor großes Verständnis bei den Eltern, für die am Montag ebenfalls die zweite Streikwoche begonnen hat.

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