Aachen: Zweite Runde von „Aachen macht Kultur” im Ludwig-Forum

Aachen: Zweite Runde von „Aachen macht Kultur” im Ludwig-Forum

Die rege Beteiligung der Aachener Bürgerschaft fiel auch beim zweiten Termin wieder positiv auf - im Ludwig Forum wurde erneut darum gerungen, wie man Aachens sprudelnde Vielfalt an kulturellen Aktivitäten besser fokussieren könnte.

Gemeint ist damit auch, dass die Stadt Kaiser Karls die vorhandene Attraktivität bisher nicht genügend nach außen transportieren konnte. Nach Musik und Theater am Montag vor einer Woche ging es diesmal um die Themen Bildende Kunst, Tanz, Film und Crossover mit Gästen aus diesen Bereichen.

Schwellenängste abbauen

Gemeinsam mit den Moderatoren Robert Esser und Matthias Hinrichs brachte es Kulturdezernent Wolfgang Rombey wieder auf den Punkt: Ein kulturelles Leitprofil für die Stadt Aachen bezwecke ja auch, dass „Schwellenängste abgebaut” und neue Kreise für Museum, Theater und Kultur gewonnen würden.

Damit das Spezifische oder das Ungewöhnliche in Aachen auch außerhalb und „grenzüberschreitend” (im doppelten Sinne) wahrgenommen wird, müsse die üppige Vielfalt klarer strukturiert werden, was auch ein besseres Marketing ermögliche.

„Vielfalt braucht eine inhaltliche Dimension”, weiß Rombey, dem für Aachen etwas Gleichwertiges vorschwebt wie „Beethovenstadt Bonn” oder „Medienstadt Köln”.

Dazu fiel den munteren Moderatoren gleich „Filmstadt Aachen” ein, wegen der gerne angenommenen hiesigen „Location” - will heißen, in Aachen wurden bereits mehrere Filme, auch ein „Tatort”, gedreht.

Die Podiumsgäste stellten sich in zwei Gruppen vor: Zunächst durften Rick Takvorian, Veranstaltungsmanager und Initiator der Schrittmacher-Reihe, Günter Jekubzig, Cineast und Filmkritiker, sowie Jürgen Egyptien, Literaturprofessor und Vorsitzender der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, ihre jeweiligen Aktivitäten und Bestrebungen vorstellen.

Dann kam die Damen-Riege, bestehend aus der neuen Ludwig Forum-Leiterin Brigitte Franzen, Nadya Bascha vom Atelierhaus und Melanie Bono vom Neuen Aachen Kunstverein (NAK). Schnell wurde hier deutlich, dass es in all diesen Feldern bereits viel Vernetzung und Kooperation gibt.

So zum Beispiel auch die Nutzung des Ludwig-Forums als Veranstaltungsort (siehe „Schrittmacher”-Tanzfestival) oder die Kooperation von Forum und NAK, die den vorgesehenen Campus der RWTH mit einschließt. Traurig zweifellos, dass dem vom Cineasten Jekubzig initiierten Filmfestival Aachen-Maastricht wenig Erfolg vergönnt war. Vielleicht auch nur eine MarketingfrageÉ

Interessant die Ausführungen der „Neuen” im Ludwig Forum, Brigitte Franzen, und ihr Vorschlag, ihr Haus als „kommunales Kino” zu nutzen. Jürgen Egyptien, Vorsitzender der Hasenclever-Gesellschaft, verwies auf „Perlen” wie die Veranstaltungsreihe „Aachen liest” und den so anerkannten wie hoch dotierten Walter-Hasenclever-Literaturpreis. Mit dem aus Aachen stammenden Dichter könne man durchaus „klotzen”. Nadya Bascha vom Atelierhaus, das bislang auch Wohnungen für viele Künstler bereithält, wünscht sich eine „Kulturstabsstelle, in der sich alles bündelt”.

Stimmen aus dem interessierten Publikum zeigten - wie schon beim ersten Bürgerdialog im Theater Aachen - dass hier nicht nur Aachens Kulturfreunde zu Wort kommen, sondern auch - und durchaus legitim - Interessenvertreter in künstlerischen Berufen, die ihre eigenen Anliegen und Vorschläge vorbringen. Was wiederum die „normalen” Bürger/innen zu neuen Anregungen führt. Doch leider hat die Stadt Aachen „keinen goldenen Topf”, so Olaf Müller (Kulturbetrieb), aus dem man einfach so schöpfen könne.

Und so haben wohl Künstler wie auch Bürger insgeheim die Befürchtung, dass viele der Vorhaben und Marketing-Ideen vielleicht am schnöden Gelde bzw. dessen Mangel scheitern könnten. Dann würde das Leitprofil zum „Leid-Profil”, meinte eine jungeÊ Besucherin.

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