Aachen: Zwei Aachener wollen mit dem Fahrrad nach Vietnam

Aachen : Zwei Aachener wollen mit dem Fahrrad nach Vietnam

Zwei Fahrräder, 40 Kilogramm Gepäck und ein Ziel: Vietnam. Die beiden Aachener Marco Haaß und Marko Kurschat haben nicht nur ihren Namen gemeinsam, sondern werden auch die kommenden 365 Tage zusammen verbringen. Marco und Marko sind am Mittwoch in das wohl größte Abenteuer ihres Lebens gestartet.

Sie planen innerhalb eines Jahres mit zwei handelsüblichen Fahrrädern bis Vietnam und zurück zu fahren.

Wie kommt man auf so eine Idee? „Es hatte viel mit einem extrem stressgeladenen Tag beim Sanitätsdienst zu tun. Da haben wir beide gemerkt, dass wir raus müssen“, antwortete Haaß bei der Abreise am Mittwoch auf dem Aachener Markt.

Er und Kurschat hatten sich im Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kennengelernt und fassten an eben jenem Abend vor vier Jahren, an dem sie zusammen im Sanitätsdienst eine Veranstaltung medizinisch absicherten, den Entschluss, mit dem Fahrrad nach Spanien zu fahren.

Als jedoch die Spanien-Tour aus diversen Gründen nicht stattfand, dachten beide noch etwas größer: „Wir haben uns gefragt, wie wir auf zwei Rädern möglichst viel von der Welt sehen. Vietnam erschien uns irgendwann als das perfekte Ziel“, sagte Haaß.

Über Österreich, die Türkei, Iran, Afghanistan und Pakistan wollen sie nach Indien kommen, von dort geht es über Myanmar und Thailand nach Vietnam. Zurück planen sie eine Route über Afrika und setzen schlussendlich in Marokko mit der Fähre wieder nach Europa über. „Einige nicht ganz so ruhige Regionen sind dabei“, merkten auch die beiden Reisenden bei der Auflistung der Reiseroute an.

Sorgen bereitete dieser Umstand in den letzten Wochen allerdings weniger ihnen, als vielmehr ihren Freunden und Verwandten. Kur­schats Freundin Annika konnte erst nach vielen Kompromissen überzeugt werden, was die Befürchtung, das vielleicht doch etwas passieren könnte, aber auch nicht vollständig verschwinden ließ.

Gleichzeitig sei ein Jahr auch einfach eine verdammt lange Zeit, blickten die „Marckos“, wie sie sich selbst bei ihrer Reise nennen, schon einmal voraus. So flossen am Mittwoch vor dem Rathaus einige Tränen. Vor allem ihre jeweils einzigen Töchter Nora (Haaß) und Leonie (Kurschat) würden die Abenteurer sehr vermissen.

Dazu wollen sich die beiden im kommenden Jahr von warmen Betten sowie Restaurants verabschieden und stattdessen in Zelten schlafen, sich selbst versorgen und mit einem kalkulierten Tagesbudget von drei Euro — für beide wohlgemerkt — auskommen. „Tschüss Konsumgesellschaft“, beschrieb Kurschat diesen Wandel, den er und Haaß mit mehreren Kameras dokumentieren werden.

In einem Jahr wollen die Beiden ihre Rückkehr nach Aachen auf dem Markt ordentlich feiern. Bis dahin heißt es radeln, erleben und unversehrt bleiben.

Wer die Reise der beiden Öcher verfolgen und ihnen vielleicht sogar schreiben möchte, der kann das über die Facebook-Seite Marcko1818 oder per E-Mail an around.the.world1818@gmail.com tun.

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