Aachen: Zustand unhaltbar: Spielplatz nachts dicht

Aachen: Zustand unhaltbar: Spielplatz nachts dicht

Die Stadt Aachen hält die Zustände auf dem Spielplatz zwischen Beverstraße und Goerdeler-straße für unzumutbar und reagiert. Ab dem 1. Oktober wird der vielfach von Drogenabhängigen missbrauchte Platz von einem Wachdienst nachts abgesperrt, zunächst für eine Probezeit für zwei Monaten.

Sollte dann keine Besserung eintreten, wird der Spielplatz möglicherweise ganz aufgehoben. Renate Prömpeler von der städtischen Jugendhilfe: „Es reicht, wir müssen ein Zeichen setzen. So wie es ist, kann es nicht bleiben.”

Die Probleme sind seit Langem bekannt. Das Gelände grenzt direkt an das immer noch brach liegende Grundstück des ehemaligen Finanzamts. Anwohner berichteten schon vor vielen Monaten von einem direkt angrenzenden Bordell, Fußgänger würden bedroht und beraubt, auch die Zahl der Kellereinbrüche habe zugenommen. „Besonders abends kommt es zu erheblicher Ruhestörung und zu Vandalismus”, hieß es in einem Bericht der Verwaltung. Und auch Spritzen würden immer wieder gefunden, weiß Spielplatzbeauftragte Prömpeler.

Ab Anfang Oktober soll der Verbindungsweg dann von 20 bis 8 Uhr durch einen professionellen Wachdienst abgeschlossen werden, teilt Björn Gürtler vom Presseamt mit: „Das schauen wir uns zwei Monate an. Wenn das nicht reicht, wird der Platz komplett dicht gemacht.” Dieser letzte Versuch koste zwar eine Menge Geld, meint Fachfrau Prömpeler, aber die bisherige verschärfte Präsenz des Ordnungsamtes reiche ja offensichtlich nicht aus: „Wir wollen die Situation entschärfen.”

Sollte das tatsächlich gelingen, könne man überlegen, den Spielplatz zu überholen und aufzuwerten. „Im Moment macht es keinen Sinn, da Geld reinzustecken.”

Auf alle Fälle werde man in Kontakt mit dem neuen Investor für das Finanzamtsgelände treten. Das ist, wie berichtet, vom Land an einen Interessenten verkauft worden, der dort die von dem Kölner Architekturbüro „3Pass” schon vor Jahren entwickelten Pläne verwirklichen könnte.

Diese sehen etwa den Bau von 130 Wohnungen vor. Renate Prömpeler: „Wenn dort eine neue Wohnbebauung kommt, müssen auch Außenflächen für Kinder geschaffen werden.” Und dazu könne man ja auf den vorhandenen Spielplatz zurückgreifen, unabhängig davon, ob dieser im Dezember offen bleibt oder geschlossen wird. Zunächst würden aber die vorhandenen Bänke abgebaut: „Da verweilen leider die Falschen.”

Probleme gibt es auch auf dem Spielplatz an der Matthiashof-straße, mit dem sich der Kinder- und Jugendausschuss ebenfalls schon befasst hat. Dieser innerstädtische Durchgang wird regelmäßig von Erwachsenen genutzt, die dort Alkohol und andere Suchtmittel zu sich nehmen, außerdem ist er regelmäßig mit Glasscherben bedeckt. Auch er wird, wie der Platz an der Beverstraße, weder von Kindern noch von Jugendlichen frequentiert.

Im nächsten Jahr solle daher eine Befragung der Anwohner vorgenommen werden, sagt Renate Prömpeler, „was vor Ort gewünscht wird”. Es gebe ja nicht nur die Handvoll Randalierer und Quertreiber, sondern auch junge Leute, die Tischtennis und Basketball spielen wollten. „Für diese Jugendlichen wollen wir Orte schaffen.”

Gegenbeispiel

An der Matthiashofstraße wolle man einen Partner suchen, etwa die Kita oder Schule, jedenfalls eine Einrichtung, die die Mitverantwortung übernehme. Wenn junge Leute mitplanen dürften, hätten sie einen ganz anderen Bezug zu ihrem Treffpunkt, Stichwort soziale Kontrolle. Dass dies funktionieren könne, zeigten Beispiele wie die OT Talstraße.