Aachen: Zuschauer und Pferde trotzen der Hitze beim CHIO

Aachen : Zuschauer und Pferde trotzen der Hitze beim CHIO

Vor einem Eisstand beim CHIO steht ein kleines Mädchen mit seiner Mutter. „Eins mit Schokolade, bitte“, sagt sie zu dem Verkäufer. Wenige Sekunden später schleckt sie genüsslich das gewünschte Eis. Szenen wie diese sind es, die in den vergangenen Tagen in der Soers häufig zu sehen waren.

Denn zwischenzeitlich kletterten die Temperaturen bei dem Pferdeturnier auf über 30 Grad. Und auch am Wochenende ist Schwitzen angesagt.

„Uns treibt eine große Sorge derzeit um. Und das ist nicht die Sorge wegen der Sicherheitslage“, sagt Paul Kemen von der Pressestelle der Aachener Polizei. „Uns bereitet gemeinsam mit den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst das Wetter große Sorge“, sagt er mit Blick auf mögliche Kreislaufschwächen beim Publikum.

Bislang blieb der Sanitätsdienst jedoch weitestgehend von Einsätzen verschont — nur bei wenigen kleineren Zwischenfällen musste er eingreifen. „Am Samstag gab es ein bisschen was, das Übliche — Mangel an Flüssigkeit und Schwächeanfälle, aber das konnten wir alles ambulant behandeln“, berichtet Sanitäter Michael Biskup. Die Besucher seien alle sehr vernünftig und würden in der Regel ausreichend viel trinken, deshalb hätten er und die anderen nicht viel zu tun.

Viel trinken, das ist auch einer der Tipps, die die Sanitätsdienst-Ärztin Ann-Katrin Brockert gibt. Nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten, eine Kappe und luftige Kleidung tragen und zwischendurch eine Pause einlegen, rät sie.

Familie Kewitz, die aus Hamm angereist ist, befolgt die Tipps der Expertin: „Wir haben Kappen und Sonnenbrillen eingepackt, uns eingecremt und legen zwischendurch auch sicher mal eine Pause ein.“

Eine Pause brauchte am Dienstagmorgen auch Kerstin Hardt aus Stolberg, die im Eingangsbereich hitzebedingt unter Atemnot litt, wie sie berichtet. „Die Sanitäter waren wahnsinnig schnell da und haben sich super um mich gekümmert“, lobt sie. Nachdem ihr Kreislauf stabilisiert war und sie genügend Wasser getrunken hatte, konnte sie schließlich weiter durch die Gänge schlendern.

Trainierte Athleten

Doch wie verkraften eigentlich die Pferde die heißen Temperaturen? „Ganz gut“, meint Wilfried Hanbücken, Vorsitzender der Veterinärkommission. Die Turnierpferde seien trainierte Athleten, deren Körper besser mit Hitze umgehen könnten als die untrainierter Pferde. Und sie könnten — anders als beispielsweise Hunde — sehr gut schwitzen, dadurch reguliere sich die Körpertemperatur schnell. „Das ist wie bei Sportlern. Elektrolyte und Flüssigkeit müssen dann wieder zugeführt werden“, erklärt Hanbücken. Um sie äußerlich runterzukühlen, stehen Vernebler am Bereithalteplatz am Springparcours und im Ziel der Geländeprüfung — eine Art Ventilator, der die Pferde mit Wasser besprenkelt.

Speziell beim CHIO gebe es auch zusätzlich noch einen weiteren Vorteil, betont der Veterinär: die Stallungen. Diese befinden sich in gemauerten Gebäuden, darin bleibt es auch bei heißen Außentemperaturen relativ kühl. So dass zumindest die Stars des Turniers die meiste Zeit ihres Besuchs auf dem CHIO im Schatten verbringen können.

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