Aachen: Zusatzreinigung in Stadtbezirken: Erst mal bleibt alles, wie es ist

Aachen : Zusatzreinigung in Stadtbezirken: Erst mal bleibt alles, wie es ist

Schön, dass man mal darüber gesprochen hat. Aber am Ende einer ausführlichen Debatte über eine nicht minder ausführliche Vorlage der Verwaltung zu zusätzlichen Reinigungen in den Stadtbezirken an den Wochenenden soll nun alles bleiben, wie es ist. Mehr oder weniger.

„Das ging ja schnell“, kommentierte der Vorsitzende des Stadtbetriebsausschusses, Michael Servos, ironisch das vorläufige Ende einer Diskussion, die in Brand vor etwa einem halben Jahr angezettelt worden war. Da hatten die Brander um häufigere Reinigung ihres schönen neuen Marktplatzes gebeten, der nach der Umgestaltung intensiver genutzt wird — was man ihm tags darauf auch ansieht.

Verunreinigungen aller Art sind allerdings kein Brander Alleinstellungsmerkmal. Auch in anderen Außenbezirken klagten Bezirksbürgermeister über vermüllte Plätze und Grünanlagen. Der Stadtbetrieb, der die Reinigung von den früheren Regiekolonnen übernommen hat, könne vielleicht doch mal häufiger ...

Schon die Brander Bezirksvertreter hatten dem Stadtbetrieb geraten, zwecks Gleichbehandlung auch die anderen Stadtbezirke gleichermaßen zu bedenken. Die benannten auch auf Nachfrage ihre speziellen Dreckecken, manche Bezirksämter meldeten dem Stadtbetrieb aber auch keinen oder keinen regulären Bedarf.

Ausweitung wäre teuer

Für eine Ausweitung des Reinigungsprogramms würde nach Auskunft von Thomas Thalau, dem kaufmännischen Leiter des Stadtbetriebs, ein eigenes Team von vier Mitarbeitern zuzüglich Fahrzeug gebraucht, was mit jährlichen Kosten von rund 230.000 Euro zu Buche schlagen würde. Billiger wäre es womöglich zu haben in Kombination mit einem Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit. „Dann bekämen wir Zuschüsse von der Arbeitsverwaltung“, erklärte Thalau.

Die aufgerufene Zahl von 230.000 Euro löste beim Sozialdemokraten Servos umgehend „Bauchschmerzen“ aus. Das beschere den Anliegern zusätzliche Straßenreinigungsgebühren. Bislang kommen sie wegen anderer Reinigungsklassen günstiger davon als Bewohner der Innenstadt, müssen dafür aber häufiger selbst den Besen schwingen.

Aufkeimende Debatten über Gleichheit und Sauberkeit konnte Dieter Lennartz, der Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft und Stadtreinigung beim Stadtbetrieb, allerdings wieder auf den Boden zurückholen. Statt „das große Fass aufzumachen“ empfahl Lennartz den Blick auf den ursprünglichen Auslöser: Auf dem neu gestalteten Brander Marktplatz gebe es eine besondere Situation, die man „mit Bordmitteln“ in den Griff bekommen will.

So will der Stadtbetrieb sonntags vor 10 Uhr im Bereich rund um den Brander Markt nachdem Rechten sehen und gegebenenfalls saubermachen. Sollte das ohne zusätzliches Personal nicht mehr gehen oder sich auch andernorts größerer Bedarf zeigen, müsste halt doch das Fass aufgemacht werden. Erst einmal soll die Entwicklung beobachtet werden. Den Vorschlag nahmen die Ausschussmitglieder nickend zur Kenntnis.

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