Aachen: Zur Reit-EM gibt‘s jetzt auch Pferdekunst

Aachen : Zur Reit-EM gibt‘s jetzt auch Pferdekunst

Leuchtend gelb grüßt „Lotti von Hotti“, tiefschwarz mit goldenen Höhenlinien präsentiert sich „Immer in Bewegung“, farbenfroh mit Aachen-Motiven gibt sich „Home sweet Dome“. Unterschiedlicher könnten sie kaum sein, die 19 Pferde und Ponys, die von Kindergärten, Schulen, Jugendzentren und professionellen Künstlern gestaltet wurden.

Ins Leben gerufen und finanziert wurde die Pferde-Kunst von den Aachen-Arkaden, die sich im Ostviertel engagieren und dabei vor allem auf Kunst und Kultur als Kommunikationsmedium setzen. Center-Manager Stefan Jaletzke betont: „Die Aachen-Arkaden beteiligen sich gerne an den Ereignissen in Aachen. Letztes Jahr haben wir das Karls-Jahr in die Arkaden gebracht, dieses Jahr geht es mit Reitturnier und Reit-EM ums Pferd. Alle Shops in den Arkaden machen mit, sie stellen die Pferde in den Geschäften aus und finanzieren das gemeinsam.“

Als abschließendes Highlight findet am 5. September mit einem professionellen Auktionator die Versteigerung der Kunstpferde statt, wobei der Erlös Einrichtungen im Ostviertel zu Gute kommt. Hier übernimmt die Stiftung Jürgen Kutsch, die mit ihren kulturellen und generationenübergreifenden Projekten die Lebensqualität im Ostviertel fördert.

In Einrichtungen des Ostviertels sind etliche der Kunstpferde und -ponys entstanden. Die städtische integrative Tageseinrichtung Elsassstraße etwa schuf mit „Sommer, Sonne, Strand und Meer“ ein regelrechtes Ferienpferd, die Offene Tür Josefshaus machte aus dem Pferd mit rund 20 Kindern und Jugendlichen ein munteres, inspirierendes Gemeinschaftskunstwerk zwischen Farbrausch und Graffiti. Ein Pferd trägt gar ein Tütü, einen Ballettschuh und eine Kappe. Stolz auf ihr Tanzpferd sind die Kids von „Dance Evolution“, die in einem Raum in den Arkaden proben. Auch die Künstlerin Monika Uhl wohnt in Rothe Erde — sie musste sich ihr Pferd in den zweiten Stock in ihr Arbeitszimmer hieven lassen. „Es passte nicht durch die Tür“, erinnert sie sich lachend.

Unter anderem diese Aufgabe zu bewältigen hatte Center-Mitarbeiter Jürgen Carnol, der sich seit Monaten intensiv um die Pferde-Aktion kümmert. Von der Beschaffung der Rohlinge, der Verteilung an die Schulen, Kitas und andere Orte bis hin zur Organisation im Haus koordiniert er, was zu tun ist.

Einen „Ritt durch den Zauberwald“ legt das Kunstpferd der Lebenshilfe-Werkstätten nahe, weitreichend erinnert das Pferd der Gesamtschule Brand an die tierische Vielfalt auf unserer Erde. Ihr Pferd ohne Namen hat ein Giraffenbein, ein Stückchen Leopardenfell, einen Schildkrötenpanzer als Schulter und trägt einen blauen Schmetterling auf der Brust. Auch das Rhein-Maas-Gymnasium legte Wert auf bunte Gestaltung.

Bei den Pferden der erwachsenen Künstler fällt besonders ein blaues Pferd ins Auge, das in einer raumgreifenden Installation in einem Ladenlokal im Parterre steht. Es trägt ein regenbogenfarbiges Tuch, darunter liegt eine Puppe. Dieses Pferd zeigt sich als geschundene Kreatur, es scheint zu lahmen und erinnert symbolisch an die zerstörte Natur, die der Mensch schafft. Unter dem Thema „Ich nehm dich mit ins Paradies“ wurde „Pferd 9“ gestaltet von den Künstlern Gerda Zuleger und H.W.Menges-Spell/Kunstwerkstatt 2-Fall.

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