Aachen: Zum Erntedankfest in Walheim lacht die Herbstsonne

Aachen : Zum Erntedankfest in Walheim lacht die Herbstsonne

Schon lange vor der Ankunft des Zuges versammeln sich die ersten Schaulustigen rund um das Jakob-Büchel-Haus an der Prämienstraße. In der wärmenden Herbstsonne warten sie geduldig auf die Ankunft des Walheimer Erntedankzuges.

„Die ersten Wagen sind bereits in Sicht“, kündigt Moderator Eberhard Spindler dann endlich an. Und schon beginnt der Reigen an herbstlichen Dekorationen: Sonnenblumen, Kürbisse, Strohballen und Mais gehören zu den Favoriten bei der Gestaltung der vielen Wagen.

Eigentlich gibt es beim Erntedankzug durch Walheim nichts zu meckern. Außer natürlich von diesen tierischen Zugteilnehmern.

Auch Sebastian Bein, Geschäftsführer des Trommler- und Pfeiferkorps Edelweiß Walheim, nutzt die Gunst der Stunde, um einen Blick auf die eintreffenden Wagen zu werfen. „Der Zug ist genauso alt wie ich“, sagt er. Kaum dass er zwei Jahre alt war, habe ihn sein Vater schon im Verein angemeldet, erzählt er. Heute sorgt der 25-Jährige dafür, dass bei der Aufstellung der Wagen und der anschließenden Fahrt bis zur Prämienstraße nichts schief geht.

90 Gruppen haben sich angemeldet, darunter historische Trecker, festlich geschmückte Anhänger, und auch Fußgruppen. Vor dem Jakob-Büchel-Haus stellt Moderator Eberhard Spindler jeden einzelnen Wagen und jede Gruppe vor. Die Aachener Stadtreiter sind gleich unter den ersten und bekommen auf Wunsch des Moderators nur verhaltenen Applaus. „Die Tiere müssen sich erst daran gewöhnen“, sagt Spindler.

Das mag auch für die zwei festlich geschmückten Ponys im Anschluss gelten, die den ein oder anderen Satz machten. Viele der Teilnehmer stammen aus Walheim und Umgebung, aber der eine oder andere komme auch aus Köln oder aus Belgien, erzählt Sebastian Bein. Die Kontakte der Organisatoren machen das möglich.

Schafe, Esel und andere Kleintiere

Beim Regenbogen-Kindergarten St. Anna-Walheim haben sich Erzieher und Kinder als Mäuse verkleidet und andere Fußgruppen kommen mit Schafen, Eseln oder anderen Kleintieren. Sebastian Klein genießt den Augenblick der Ruhe. „Das Wetter ist gut, es gibt viele Leute am Straßenrand und die Wagen sind schön“, sagt er.

Alles läuft also rund, und da mögen die Mühen der Organisation wohl auch vergessen sein. „Die Vorbereitungen zum Erntedankzug beginnen im März“, erzählt Sebastian Bein. Und dabei seien immer sehr viele Auflagen zu beachten. Doch wenn dann alles stimmt, ist auch er zufrieden. Den Erntedankzug habe er noch nie ganz gesehen, sagt er. Umso mehr genießt er jetzt den ruhigen Moment.

Die Feierlichkeiten zum Erntedank haben in Walheim bereits am Freitag mit der Aktion „Spiel ohne Grenzen“ begonnen, tags drauf, am Samstag, gab es Livemusik. „Diesmal haben wir die Band Nyne da gehabt“, erzählt Sebastian Bein. „Das Feedback war richtig gut“, sagt er.

Aber der eigentliche Höhepunkt der Feierlichkeiten ist nach wie vor der Gottesdienst mir dem anschließenden Erntedankzug. Etwa eine Stunde dauert es, bis alle Wagen und Gruppen vorgestellt sind. Dann ist der Zug auch schon vorbei.

Im Jakob-Büchel-Haus lädt unterdessen eine üppige Kuchentheke zum Ausruhen ein und draußen auf dem Festplatz stehen eine Reihe von historischen und nostalgischen Treckern und Gerätschaften aus der Landwirtschaft, die dort noch einmal ganz in Ruhe angeschaut werden können.