Aachen: Zukunft von „Cappella Aquensis“ liegt in guten Händen

Aachen: Zukunft von „Cappella Aquensis“ liegt in guten Händen

Es liegt ein halbes Jahr zurück, als Thomas Beaujean nach seinem denkwürdigen Abschiedskonzert die Leitung der von ihm vor über 40 Jahren gegründeten und betreuten „Cappella Aquensis“ seinem Nachfolger Ulrich Brassel übergeben hat.

Brassel, als Schulmusiker sowie Chor- und Orchesterdirigent in vielen Bereichen des Metiers erfahren und versiert, stellte sich jetzt im gut besuchten Ballsaal des Alten Kurhauses erstmals in seiner neuen Eigenschaft mit einem sommerlich luftig gestrickten Programm vor, das erkennen lässt, dass die Zukunft des vorzüglich geschulten Chores offensichtlich in guten Händen liegt.

Unter dem Motto „Idyll — Tage vor Mittsommer“ konnten sich die Besucher an einem auf Entspannung ausgerichteten, dennoch abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm erfreuen, das Werke von der englischen Renaissance bis zum amerikanischen Zeitgenossen Morton Lauridsen umfasste.

Dass in der schwülwarm timbrierten Abendstunde sanfte Töne vorherrschten, entsprach der programmatischen Ausrichtung des Konzerts, offensichtlich aber auch der Klangvorstellung des Dirigenten, der großen Wert auf ein ausgewogenes, perfekt ausbalanciertes Klangbild legt, was ihm trotz des quantitativ nicht idealen Verhältnisses zwischen Frauen- und Männerstimmen auch im Wesentlichen gelang.

Klein, aber fein

Besonders rund in fünf stimmungsvollen Liedern des wenig bekannten, spätromantisch orientierten Schweden Wilhelm Peterson-Berger und drei sensiblen, feinnervigen Gesängen auf Texte von Rainer Maria Rilke des Amerikaners Morton Lauridsen.

Für die etwas robusteren Zigeunerlieder von Johannes Brahms fehlte es der Männerriege dagegen ein wenig an Substanz, was den gut gelaunten Vortrag und die vokalen Qualitäten des Chors freilich nur marginal trübte.

Denn die Grundtugenden guter Chorarbeit von akkurater Textverständlichkeit über Intonationsstabilität bis zu verlässlicher Stilsicherheit beherrscht der Chor auch unter der neuen Leitung von Brassel.

Großer Beifall für ein kleines, aber feines Konzert, das viel Freude bereitete.