Aachen: Zufriedene Menschen bei „Senioren helfen Senioren“

Aachen : Zufriedene Menschen bei „Senioren helfen Senioren“

„Wir lassen zufriedene Menschen zurück, die froh sind, dass wir ihnen helfen konnten“, erzählte Paul Pressler (79) während der Jubiläumsfeier des Reparaturdienstes „Senioren helfen Senioren“. Als der Dienst vor 20 Jahren eingerichtet wurde, war das zunächst einmal ein Modellprojekt.

Das Angebot hat sich bewährt und wurde fortgesetzt. Heute sorgen zwei Frauen und elf Männer in ihrem Ruhestand dafür, dass Senioren mit ihren kleinen handwerklichen Problemen nicht alleine bleiben.

„Oft geht es nur darum, eine Glühbirne zu wechseln“, sagt Paul Pressler, der aus eigener Erfahrung beim Reparaturdienst weiß, „dass Helfen Freude bereitet“. Viele ältere Damen hätten zudem das Bedürfnis zu reden und seien nahezu bestürzt, wenn sie sich für die Hilfe nicht erkenntlich zeigen können. „Der Kuchen ist doch noch gar nicht fertig“, habe eine Dame sichtlich erschrocken gesagt, nachdem die Arbeit erledigt war und Pressler wieder gehen wollte. „Eine andere Dame rief mich spät abends an, nur um mir zu sagen, dass ihr Bruder den gleichen Vornamen habe wie ich“, erzählt er weiter.

Der Reparaturdienst ist kostenlos, nur die Anfahrt und die notwendigen Materialien müssen die Senioren selber zahlen. Auf einen Kaffee werden die freundlichen Helfer sehr oft eingeladen. Gardinen auf- oder abhängen, Glühbirnen auswechseln, aber auch einen Toaster reparieren oder einen Fernseher synchronisieren sind einige der Aufgaben, die die Helfer übernehmen. Sie machen das ehrenamtlich und freuen sich sichtlich über die Anerkennung am heutigen Tag.

„Immer ein offenes Ohr“

Zur Jubiläumsfeier in der Martin-straße kam unter anderem auch Marion Timm, Vorstand Diakonisches Werk im Kirchenkreis Aachen. Das Projekt sei eine Erfolgsgeschichte, sagte sie und lobte die Ehrenamtler für ihr Engagement. Und auch Günter Schürmann, Betreuungsverein der Diakonie, dankte den Senioren für ihren Einsatz. „Sie haben immer ein offenes Ohr für die Menschen“, sagte er.

Der Reparaturdienst ist laut Schürmann zudem auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Denn statt Geräte einfach wegzuwerfen, wenn sie nicht mehr funktionieren, würden sie hier noch einmal auf Vordermann gebracht. „Und Ihr Lohn sind die strahlenden Augen der Besitzer“, sagte er weiter.

Und wie könnte es anders sein: Das kleine Präsent, das Udo Krohn-Grimberghe, Geschäftsführer des Betreuungsvereins der Diakonie, allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zum 20-jährigen Bestehen des Angebots überreichte, war ein kleines Reparaturset im Miniaturformat.

Kontakt: Senioren helfen Senioren, Martinstraße 10 bis 12, Telefon 4504826, dienstags 10 bis 11 Uhr. Informationen gibt es online.