Zu viele Zugriffe bei RWTHonline sorgen für Probleme

Digitales Management-System an der RWTH Aachen : Neue Plattform startet mit Ladehemmungen

Sich für Kurse anmelden und das Studium online planen: Das können seit diesem Wintersemester alle Studierenden der RWTH im neuen Management-System RWTHonline. Doch beim Start lief nicht alles rund. Die Hochschule hat nun nachgebessert.

Enttäuschte Gesichter bei einigen Erstsemesterstudierenden der Architektur an der RWTH: Während ihrer Einführungswoche wollten die jungen Frauen und Männer sich mit der neuen Plattform vertraut machen, auf der sie ihr Studium planen können: RWTHonline. Doch das Einloggen war schlichtweg nicht möglich.

„Letzte Woche gab es leider Probleme mit der Performance“, räumt Thorsten Karbach, Sprecher der Hochschule, auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Dass zu viele Menschen gleichzeitig hätten zugreifen wollen, habe dazu geführt, dass das Einloggen zeitweise gar nicht möglich war, beziehungsweise Bearbeitungsschritte langsamer als erhofft ausgeführt werden konnten. Ganz ohne Einführung mussten demnach auch die angehenden Architekten nicht auskommen: Den Tutoren habe ein Testsystem zur Verfügung gestanden, mit dem man auch die Erstsemester geschult habe.

„Diese Probleme sind seit Freitag behoben“, sagt Karbach. Erneute Probleme könnten jedoch aufgrund der „komplexen Softwarestruktur des Basisproduktes“ nicht ausgeschlossen werden.

Auch dem Asta seien zahlreiche Mängel in dem neuen System bekannt, erklärt der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Projektleiter Felix Engelhardt. „Diverse Probleme wurden bereits im letzten Jahr in der Testphase erkannt und behoben, andere sind neu und nur aufwendig zu lösen“, sagt Engelhardt. Es gebe einen regen Austausch zwischen der Projektleitung für RWTHonline, dem Asta und den Fachschaften. Grundsätzlich begrüßen die Studierendenvertreter das neue System, weil es langfristig viele Prozesse vereinfachen soll. Dass bei der Einführung eines solchen „Mammutprojekts“ allerdings auch Verzögerungen und Probleme auftauchen, sei kaum vermeidbar.

Einige Studierende berichteten auch davon, dass das System sie falschen Studiengängen zugeordnet habe und sie gar nicht die Kurse anwählen konnten, die sie eigentlich brauchen. „Bei einem Fachwechsel kann es vorgekommen sein, dass Studierende vor dem Start des Wintersemesters noch keine Sicht auf den neuen Studiengang hatten“, sagt Thorsten Karbach. Sollte immer noch jemand im falschen Studiengang gemeldet sein, bittet die Hochschulverwaltung um umgehende Mitteilung, damit die Probleme behoben werden können.

Auch wenn andere Schwierigkeiten aufgetreten sind, bietet die RWTH Hilfe an: „Falls Studierende sich aufgrund der Performanceprobleme nicht rechtzeitig zu Lehrveranstaltungen haben anmelden können, besteht grundsätzlich die Möglichkeit zur Nachmeldung über den Prüfungsausschuss.“ Die Anmeldefristen seien allerdings für die Mehrzahl der Lehrveranstaltungen noch nicht abgeschlossen. Wie der Asta betont, wurde die Anmeldephase für Prüfungen extra in den Dezember verlegt, damit die Studierenden mehr Zeit haben, um sich einzuloggen.

Um den Studierenden den Umgang mit RWTHonline einfacher zu machen, hat der Asta der RWTH gemeinsam mit der Fachschaft Chemie öffentlich verfügbare Erklärvideos zu RWTHonline erstellt.