Aachen: Zonta Club zeichnet Flüchtlingshelferin Julia Frankenberger aus

Aachen : Zonta Club zeichnet Flüchtlingshelferin Julia Frankenberger aus

„Bildung ist der einzige Weg zu einer gerechten Welt“. Dieses Zitat der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala führt sich Julia Frankenberger immer wieder vor Augen.

Für ihr überdurchschnittliches Engagement im Bereich Flüchtlingsarbeit inner- und außerhalb der Schule wurde die 18-jährige Abiturientin nun am Freitag in der Aula des Bischöflichen Pius-Gymnasiums Aachen mit dem „Young Women in Public Affairs Award“ des Aachener Zonta Clubs, der sich für eine Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen in sämtlichen Bereichen einsetzt, ausgezeichnet.

Der Preis wird jährlich an junge Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren vergeben, die durch außerordentliche Leistungen, vor allem im Bereich Integration, auffallen. Nach 2016 ist sie die zweite Schülerin des Pius-Gymnasiums, die die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung erhält, welche bereits zum neunten Mal in Aachen vergeben wurde.

Lange Liste

Die Liste der von Julia Frankenberger initiierten Hilfsaktionen und Maßnahmen zur Integration traumatisierter Kinder aus von Krieg und Gewalt erschütterten Ländern ist lang. „Nicht nur, dass sich Julia dafür eingesetzt hat, dass Kinder aus einer Flüchtlingsunterkunft die Chance bekamen, in das Kinder- und Jugendforum der Euro-Jugend in Aachen aufgenommen zu werden und sich so spielerisch zu integrieren und die deutsche Sprache zu erlernen“, lobte Tiraje Demirelli, die Vorsitzende des Komitees des Awards in ihrer Laudatio.

Frankenberger habe außerdem große Einsatzbereitschaft in der internationalen Klasse des Pius-Gymnasiums gezeigt, indem sie eine Patenschaft mit drei afghanischen Kindern schloss. „Nicht zu vergessen ist ihre Mitgliedschaft in einer politischen Jugendorganisation für Flüchtlingsarbeit und ihre Idee, Nachhilfe für junge Flüchtlinge von Kindern aus ihrer Schule anzubieten“, fügte Tiraje Demirelli hinzu.

„Neben dem Abiturstress“

Auch die Abschiebung von 100 afghanischen Flüchtlingen verhinderte die Schülerin durch eine Petition. Für diese Vielzahl an Projekten hat Frankenberger zahlreiche Sponsoren für sich gewinnen können, wodurch außerdem die Möglichkeit entstand, Feriencamps für Flüchtlingskinder ins Leben zu rufen.

„Julia ist ein Mensch, der sich neben der Schule und dem Abiturstress über den eigenen Gesichtskreis hinaus engagiert hat und genau solche Menschen braucht unsere Gesellschaft“, äußerte auch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer ihre Anerkennung.

Frankenberger selbst bezeichnete die Auszeichnung als Ansporn, sich auch in Zukunft weiter für die Rechte von Flüchtlingen einzusetzen und ihnen bei der Integration zu helfen. „Malala ist mein großes Vorbild. Ihr Verhalten hat mich inspiriert, selbst aktiv zu werden. Denn viele können sich gar nicht vorstellen, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Wenn man hilft, wird einem sehr viel zurückgegeben, mehr als manch einer denken mag“, erklärte die angehende Studentin der Rechtswissenschaften ihr Engagement.

Mehr von Aachener Nachrichten