Aachen: Zonta-Club ehrt „Amelia-Earhart“-Stipendiatin Christiane Klei-Wichmann

Aachen : Zonta-Club ehrt „Amelia-Earhart“-Stipendiatin Christiane Klei-Wichmann

In Zeiten, in denen Castingshows und Modelwettbewerbe großen Einfluss auf das Selbstbild junger Mädchen haben, benötigt es gute Rollenvorbilder für Mädchen und junge Frauen. Ein Vorbild, wie es die Fliegerin Amelia Earhart vor rund 100 Jahren gewesen ist.

Eigentlich sollte sie Ärztin werden, brach nach einer Flugschau allerdings das Studium ab, finanzierte mit vielen kleinen Jobs ihre Fluglizenz und überquerte schließlich 1928 als erste Frau den Atlantik in einem Non-Stop-Flug, 1932 unternahm sie den zweiten Transatlantikflug und flog dieses Mal alleine. Vermutlich starb sie bei dem Versuch, als erster Mensch die Erde am Äquator zu umrunden im Juli 1937.

Zeit ihres Lebens war sie eine Kämpferin für die Frauenrechte. In der Aeronautik, die noch heute eher männerdominiert ist, sah sie eine große Chance für junge Frauen, da das Gebiet wissenschaftlich noch nicht erschlossen war. All dies sind Gründe, warum der internationale Zonta-Club einen seiner drei großen Preise nach dieser Fliegerin benannt hat.

1919 wurde der erste Zonta-Club in Buffalo, New York, gegründet, seit 1938 verleiht der Club die Auszeichnung „Amelia Earhart Fellowship“ an junge Frauen, die sich als Wissenschaftlerinnen im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik besonders hervorgetan haben. Insgesamt werden weltweit 35 Stipendien vergeben, jeweils im Wert von 10.000 US-Dollar. 2017 gingen vier Stipendien an Doktorandinnen aus Deutschland, darunter auch an Christine Klei-Wichmann.

Wichmann ist Doktorandin am Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme (ILR) an der RWTH Aachen. Beim Empfang für die Stipendiatin durch den Zonta-Club Aachen betonte Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt nun, wie wichtig solche guten Rollenvorbilder für junge Frauen heutzutage seien. „Sie haben sich mutig nach vorne gekämpft“, so Scheidt über Klei-Wichmann, die, wie ihr Doktorvater Professor Eike Stumpf erzählte, durchaus auch zu kämpfen hatte: mit Bauern mit speziellem Humor und Maschinen, die sich wortwörtlich in Rauch auflösten.

Scheidt betonte darüber hinaus auch die Aktualität des Themas Frauen in der Forschung. „Wir trauen uns da immer noch zu wenig zu.“ Mittlerweile studieren rund 45.000 Studenten an der RWTH, wovon nur rund ein Drittel weiblich sind. Und diese verteilen sich eher seltener auf die naturwissenschaftlich-technischen Fächer, berichtete Professor Aloys Krieg, Prorektor für Lehre an der RWTH.

Ein Rollenvorbild, das möchte Christine Klei-Wichmann auch sein. „Ich möchte andere Frauen ermutigen, einen ähnlichen Weg in den naturwissenschaftlichen Fächern einzuschlagen“, so Wichmann. Und vielleicht ist ja die Luft- und Raumfahrttechnik immer noch ein Thema, was die ein oder andere junge Frau begeistern könnte, denn in dem Bereich gibt es noch viel zu entdecken und zu erforschen.“

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