Aachen: Zeichen setzen gegen Krieg und Gewalt

Aachen : Zeichen setzen gegen Krieg und Gewalt

„Der Wunsch, dass das Morden aufhören müsse, einte uns Frauen in allen sozialen Schichten, aller Stämme, in allen Religionen.“ Und tatsächlich gelang den „Frauen in Weiß“ unter der Führung von Leymah Gbowee in Liberia das, was zunächst unmöglich schien.

Sie erreichten auf ganz unkonventionelle Weise, dass sich die Gegner im liberianischen Bürgerkrieg wieder an den Verhandlungstisch setzten und konkrete Ergebnisse lieferten.

Die Ausstellung „Frieden geht anders“ liefert noch bis Montag, 30. April, gleich eine ganze Reihe von Beispielen für gewaltfreie Methoden, mit denen Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen beendet oder sogar verhindert werden können.

„Was können Christen zum Frieden beitragen?“, fragte Sylvia Engels, Pfarrerin der Citykirche, während der Eröffnung und blickte dabei mit Sorge vor allem auch auf die jüngsten Ereignisse in Syrien. Dass Menschen, die sich um das Wohl der Flüchtlinge verdient machen, gerne auch mal als „Gutmenschen“ belächelt werden, will Schulreferentin Folke Keden-Obrikat nicht hinnehmen. „Es geht ums Ganze, es geht um Leben und Tod“, sagte sie mit Blick auf die vielen Krisenherde in der Welt. Und wenn sich Menschen für den Frieden engagierten, habe das nichts mit „Gutmensch“ zu tun, sondern oft mit sehr viel Mut.

Mutig war Leymah Gbowee ganz sicher. Und sie war überzeugt, dass alle Frauen gemeinsam eine unglaubliche „Power hätten, würden sie nur aufstehen“. Sie jedenfalls wollte nicht länger Opfer sein und organisierte einen friedlichen Frauenaufstand. Was Kriege anrichten, zeigen auch die Puppen, die ausgestellt sind: Ein schwarzer Junge hat sein Bein verloren und geht an Krücken. Mit seinem T-Shirt outet er sich als Fußball-Fan. Daneben steht ein Mann in Uniform und eine schwarze Frau. „We want peace, no more war“ steht auf ihrem weißen T-Shirt. Die Ausstellung liefert Beispiele, wie mit Musik und Liedern erfolgreich für friedliche Lösungen gekämpft werden kann, wie Blauhelme zu Friedensvermittlern wurden, oder wie durch einen Boykott von Früchten aus Südafrika gegen die Apartheid mobilisiert wurde.

Rahmenprogramm

Die Wanderausstellung ist eine der Hauptveranstaltungen des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, der sich in diesem Jahr das Thema „Frieden geht anders“ auf die Fahnen geschrieben hat. Die gleichnamige Ausstellung soll später auch noch an weiteren Orten des Kirchenkreises zu sehen sein. Dem jeweiligen Rahmenprogramm kommt dabei eine sehr große Bedeutung zu.

In der Aachener Citykirche sorgte die Jugendband um Pfarrer Axel Neudorf für eine ansprechende Untermalung des Programms. Schulreferentin Folke Keden-Obrikat erinnerte an den Zweiten Weltkrieg, der auch das Leben ihrer Eltern geprägt habe, Pfarrerin Sylvia Engels legte drei Stellen aus der Bergpredigt aus, und Axel Büker interviewte zwei junge Frauen zu ihren Erfahrungen im Friedensdienst.

„An dir sieht man, dass die Deutschen nicht nur zerstören können.“ Dieser Satz, den ein älterer Mann zu Paula Simon sagte, als sie ihren Friedensdienst in den USA leistete, zeige einmal mehr, wie lange Kriegserlebnisse in den Köpfen der Menschen verankert blieben, und es sei entsprechend wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen, meint Paula Simon.

Die Ausstellung „Frieden geht anders“ in der Citykirche kann noch bis Montag, 30. April, besucht werden. Auf verschiedenen Bannern werden die friedlichen Konfliktlösungen aufgezeigt, dazu gibt es Mediastationen mit zusätzlichen Informationen.

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