Zeelink: Pipeline-Bauer warten auf Bauerlaubnis

Gaspipeline Zeelink : Die Bezirksregierung macht es spannend

Der Spatenstich für die Starkstromleitung Alegro ist am Dienstag in Aachen erfolgreich vollzogen worden, der für die neue Erdgasleitung Zeelink lässt hingegen noch ein Weilchen auf sich warten.

Erledigt haben sich damit alle Hoffnungen, die Arbeiten auf Aachener Boden zeitlich zu bündeln und beide Versorgungsstränge auf einen Schlag in die Erde zu bringen.

Der Zeitvorsprung von Alegro war für Zeelink nicht mehr einzuholen. Bedeutsamer wird aber insbesondere für die Bürger in Brand die Nachricht sein, dass dies auf die geplante Trassenführung nach heutigem Stand keinen Einfluss haben soll.

Die jeweiligen Bauherren Amprion (Alegro) und Open Grid Europe (Zeelink) hätten vereinbarungsgemäß ihre Arbeiten und ihre internen Planungen für die einzelnen Bauabschnitte aufeinander abgestimmt, versicherte Open-Grid-Sprecher Helmut Roloff auf Anfrage. Auf Aachener Gebiet werde zwischen Lichtenbusch und Verlautenheide demnach weiterhin ein Trassenverlauf entlang der Autobahn A 44 geplant.

Eine Baugenehmigung liegt dafür allerdings immer noch nicht vor. „Wir warten noch auf eine Entscheidung“, sagt Roloff. Die Planungshoheit für die insgesamt rund 215 Kilometer lange Gaspipeline von Lichtenbusch nach Ahaus liegt bei den Bezirksregierungen in Köln, Düsseldorf und Münster. Aktuell befindet man sich dort in der Abwägungsphase innerhalb des Planfeststellungsverfahrens. Heißt: Erst wenn alle Stellungnahmen und Einwendungen abgearbeitet sind, kann der Planfeststellungsbeschluss erfolgen. Dies kommt dann dem Startschuss für den Bau gleich.

Im Terminplan von Open Grid ist der Baubeginn für nächstes Frühjahr fest eingeplant, spätestens 2021 soll die Pipeline in Betrieb genommen werden. Um das zu schaffen, sollte das derzeit noch laufende Verfahren eigentlich schon im August abgeschlossen sein. Was zu den Verzögerungen geführt hat, ist nicht ganz klar.

„Mit Informationen sind die Bezirksregierungen sehr zurückhaltend“, musste nicht nur Marianne Krott feststellen. Die frühere Bezirksamtsleiterin in Brand hat auch als Sprecherin der Bürgerinitiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ den Kampf gegen eine zunächst bevorzugte Trassenführung durch sensible und schutzwürdige Gebiete aufgenommen. Mit Rückendeckung zahlreicher Unterstützer in der Bevölkerung, aber auch aus Politik und Verwaltung, konnten die Planer davon abgebracht werden. Seitdem wird wieder eine Trasse parallel zur nun im Bau befindlichen Amprion-Leitung geplant.

Unumstritten ist aber auch das nicht. Weil die Pipeline im Bereich Driescher Hof bedenklich nahe an die Wohnbebauung heranrückt, ist dort bei vielen Bewohnern die Angst vor einer möglichen Explosion groß. Sie fordern daher ebenfalls Umplanungen und weitere Schutzvorkehrungen.

So bleibt es für alle Beteiligten vorerst spannend, zu welchem Schluss die Bezirksregierung am Ende kommen wird.

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