Zeelink: Ärger über Spielplatz-Schließung in Aachen weiter groß

Ärger um Pipeline-Bau : Brander wollen Spielplatz-Sperrung nicht hinnehmen

Da hatten die Brander doch gedacht, alle Unbill im Zusammenhang mit der Zeelink-Gaspipeline abgewendet zu haben, als sie die ursprünglich geplante Trassenführung durch den Brander Wald und das Indetal verhinderten. Und jetzt das:

Wie aus heiterem Himmel erfuhr der Stadtbezirk davon, dass der Spielplatz an der Schagenstraße schon ab dieser Woche gesperrt werden soll – und zwar voraussichtlich bis Ende des Jahres.

Grund ist eben jene Gaspipeline, deren Trasse den in der Nähe der Autobahn A 40 liegenden Spielplatz zum Teil unterquert. Weil auch noch das viel genutzte Streetballfeld als Abladeplatz für den Erdaushub genutzt werden soll, wäre die gerade während der Sommermonate so dringend benötigte Spielgelegenheit dicht.

Das wollten die Brander Bezirkspolitiker nicht hinnehmen. So stellten die Fraktionen von CDU und SPD gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag, mit dem das Thema auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung gesetzt wurde. Dort gaben die Mitglieder des Gremiums einhellig ihre Verärgerung zu Protokoll und legten dar, dass sich ihr Zorn nicht nur an der extrem kurzfristigen Ankündigung der Maßnahme festmacht.

Schwerer wiege noch, dass die Stadtverwaltung und der Bauherr Open Grid Europe (OGE) die Bezirksvertretung und die Bürger von Brand außen vor gelassen hätten. Bemängelt wurde, dass es weder bei der Stadt noch bei OGE einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort gibt.

Als extrem unfreundlich wurde es auch empfunden, dass niemand von der Stadtverwaltung und der OGE es für nötig hielt, an der Sitzung der Bezirksvertretung teilzunehmen. Begründet wurde dies mit der kurzfristigen Einladung, was für die Zuhörer im Sitzungssaal des Brander Bezirksamts durchaus satirische Qualitäten hatte.

Ein sogenannter Gestattungsvertrag ermöglicht es dem Unternehmen OGE offenbar, eine Vielzahl von Flächen, die ihm geeignet erscheinen, nach Gutdünken in Beschlag zu nehmen – so auch den Spielplatz und das Streetballfeld an der Schagenstraße. Da die Bauarbeiten bis Ende des Jahres dauern sollen, rechnet Dieter Müller (SPD) damit, dass der Platz nach seiner Wiederherstellung voraussichtlich erst im April nächsten Jahres wieder genutzt werden könne.

In einem einstimmig gefassten Beschluss wird die Verwaltung nun aufgefordert, mit Zeelink eine Lösung zu suchen, damit das Streetballfeld weiterhin genutzt werden kann. Außerdem soll ein ständiger Ansprechpartner und Koordinator für den Pipelinebau benannt werden. Darüber hinaus soll der Baufortschritt ins Baustelleninformationssystem der Stadt eingepflegt werden.

Das Thema Zeelink-Gaspipeline wird zur Berichterstattung in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Brand Anfang Juli erneut auf der Tagesordnung stehen. Noch einmal wollen sich die Bezirksvertreter von den Entwicklungen nicht überrollen lassen.

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