Aachen: Zahlen Vermieter bald Fahrkarte statt Stellplatz?

Aachen : Zahlen Vermieter bald Fahrkarte statt Stellplatz?

Die Frage, wie viele Stellplätze ein Bauherr in der City bereitstellen oder gegebenenfalls durch Zahlungen an die Stadt ablösen muss, ist entscheidend für die Stadtentwicklung. So hat die Verwaltung im Planungsausschuss eine schon länger verfolgte Idee der Planungspolitiker von SPD und CDU vorgestellt, eine an moderne Zeiten angepasste Stellplatzsatzung zu entwickeln.

Bisher galt es, pro Wohnung einen Stellplatz bereitzustellen. Für viele junge Menschen, wie sie es in Uni-Städten wie Aachen nun einmal gibt, ist der eigene Pkw kein Muss. So sollen in einem Pilotvorhaben bei Studentenwohnheimen oder bei sozialen Wohnungsbauprojekten andere Stellplatzschlüssel greifen. Die Ergebnisse dieser Versuche sollen in einer neuen Satzung münden.

Anklang im Ausschuss fand die Idee, dass Bauherren beispielweise ÖPNV- oder Car-Sharing-Angebote für ihre Mieter mitfinanzieren könnten anstatt Stellplätze bereitzuhalten. Würde man nichts unternehmen, könnten möglicherweise zu viele Stellplätze gebaut werden, befürchten die Politiker. Linken-Vertreter Marc Beus sagte: „Niemand hat etwas von halbleeren Tiefgaragen.“

Alleine auf den jetzt verfügbaren ÖPNV zu schauen, reicht jedoch nicht. SPD, CDU, Linke, Grüne und Piraten mahnen an, den öffentlichen Personennahverkehr schnell zu modernisieren.

Der Stellplatzbedarf soll dann künftig neu berechnet werden, eine Ablösung 1 zu 1 dürfte dann in einer ab 2020 gültigen, neuen Satzung nicht mehr obligatorisch sein. Die aus den Ablösungen erzielten Überschüsse könnte die Stadt sogar für die Erneuerung von Parkhäusern oder für die ÖPNV-Verbesserung genutzt werden, warf am Ende Gaby Breuer (CDU) ein. Das Thema Parken in der Stadt sei jedoch weiterhin schwierig.

(wos)
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