Aachen: Zahl der unbegleiteten Flüchtlingskinder steigt weiter

Aachen: Zahl der unbegleiteten Flüchtlingskinder steigt weiter

Das Aachener Jugendamt hat derzeit 30 junge Menschen in seiner Obhut, die als minderjährige unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland und dann nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind.

„Im Dezember waren es noch fünf”, erklärte Brigitte Drews vom städtischen Sozialamt, als sie im Kinder- und Jugendausschuss den Quartalsbericht über die Ausgabenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung vorlegte. „Das überrollt uns. An manchen Tagen nehmen wir sieben oder acht Jugendliche in Obhut.” Die Zahl der unbegleiteten Kinder auf der Flucht lässt seit Jahresbeginn auch die Zahl der Inobhutnahmen massiv ansteigen. 101 waren es laut Drews bis Mitte Juni.

Die Heimunterbringung eines jungen Menschen kostet laut Drews rund 4000 Euro im Monat. Für die Versorgung der jungen Flüchtlinge waren im Haushalt 2011 bereits 250 000 Euro bereitgestellt worden. Dieser Betrag sei schon jetzt bei weitem überschritten, führte Drews aus.

Die Verwaltung schlage deshalb vor, fürs nächste Jahr alleine für die Versorgung der jugendlichen Flüchtlinge eine Million Euro bereitzustellen. Die Kosten für die Unterbringung erhält die Kommune allerdings im Folgejahr erstattet, sobald im Asylverfahren ein überörtlicher Träger bestimmt ist.

Auf der Basis der derzeitigen Fallzahlen und Kostenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung erwartet Drews für das Jahr 2011 Gesamtausgaben von rund 32,5 Millionen Euro. Gegenüber den eingeplanten Haushaltsmitteln ergibt sich daraus ein Fehlbetrag von rund 2,75 Millionen Euro.

Bereits vor gut einem Jahr hatte der Kinder- und Jugendausschuss Maßnahmen auf den Weg gebracht, um bei der Ausgabenentwicklung nach Möglichkeit gegenzusteuern. Unter anderem stellt das Rechnungsprüfungsamt alle Maßnahmen auf den Prüfstand. Das Prüfergebnis wird für September erwartet.

72 Sozialarbeiter

Die Planstellen in den Sozialraumteams sind von 40,5 auf 58,5 erhöht worden. „Damit arbeiten jetzt 72 Sozialarbeiter rund sechs Teamleitungen ind en Sozialraumteams”, erklärte Drews. Sie hofft, dass die Verstärkung mithelfen wird, die Kosten im nächsten Jahr stabil zu halten.

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