Aachen: Wundervoll kriminelles und kulinarisches Vergnügen beim Theater 99

Aachen : Wundervoll kriminelles und kulinarisches Vergnügen beim Theater 99

Es sind spannende und vor allem köstliche drei Gänge, nach denen der Täter beim „4. Criminalen Bankett“ gefunden ist. Die Ermittler waren fleißig bei der Sache. War es die Hausherrin Gräfin Katharina Mobesin persönlich, die ihren Gatten Matthias Maubach mit einem Fluch ermordete?

Oder war es gar die Haushälterin, die das Opfer mit der Eisenpfanne heimtückisch erschlug? Viele Theorien hatten die Gäste bei der Voraufführung der vierten Auflage des Krimi-Dinners im mittelalterlichen Ambiente.

Das Theater 99 setzt mit der Inszenierung „Das Geheimnis der Gräfin Mobesin“ die erfolgreiche Reihe, die bislang im Marschiertor zu erleben war, im Herzen der Stadt fort. Neu ist dabei die Kooperation mit dem Kulturbetrieb der Stadt Aachen, wodurch die Nutzung des Festsaals im Couven-Museum am Hühnermarkt mit seinem prachtvollen Ambiente möglich ist.

Die Handlung ist mysteriös: Gräfin Mobesin, mit Bravour gespielt von Jutta Kröhnert, ist angeblich eine Hexe, die sich nachts in eine schwarze Katze verwandelt und über die Dächer Aachens spaziert. Sie hat zu einem festlichen Bankett geladen. Doch die Gäste werden immer wieder gestört: Erst taucht ein Nachtwächter (Ben Sonntag) auf, dann der Dachdecker (Thorsten Schumann).

Haushälterin Marie-Cathrin (gespielt von Silvia Möller) hat alle Hände voll zu tun, die Aufregung im Haus zu beschwichtigen. Eine Hauptrolle kommt den „Trinchen“ zu, denn Jenny Schnier, Lirje Tahiri, Lisa Wössner, Kyra Schumann und Judith Okon singen nicht nur im Chor, sondern übernehmen auch den Service mit Speisen und Getränken.

Zu historischer Musik wird ein dreigängiges Menü, wie es in der Mitte des 17. Jahrhunderts in einem vornehmen Bürgerhaus üblich war, serviert: eine Gemüsepotage der Saison mit Lauch, gefüllte Roulade mit Rotweinjus, Erdäpfeln und grünen Bohnen und zum Dessert eine feine Rotweincreme.

Als der Gatte der Gräfin nach einem heftigen Streit plötzlich tot aufgefunden wird, stellt sich die Frage: Wer ist der Täter? War es tatsächlich der böse Fluch der Gräfin Mobesin, die ihren Ehemann am liebsten zur Hölle fahren ließ? Ist sie also tatsächlich eine böse Hexe? Oder war es vielleicht das Aachener Ungeheuer Bahkauv? Oder die Schellenjule (Aylin Ravanyar) mit ihrer Flöte?

War es der Gärtner?

Eines ist sicher: Der Musiker Manfred Sieben mit seiner Gitarre war es als einziger mit Sicherheit nicht. Und auch der Gärtner kann in diesem Fall nicht belangt werden, denn es gibt keinen. Die ausgefüllten Ermittlungsbögen der Gäste, ihre Überlegungen hinsichtlich Täter, Motiv und einer möglichst angemessenen Strafe sorgen zum Finale für beste Unterhaltung. Dabei wird das Publikum bis zur Auflösung des Falls einbezogen.

Skript und Liedtexte von Jutta Kröhnert, besonders aber auch die wunderschönen historischen Kostüme von Ina Aretz, Anja Setzen und Dracula Clothing machen den Abend rundum perfekt. Zehn Termine für das kriminelle wie kulinarische Vergnügen „4. Criminales Bankett“ sind bislang für 2018 geplant. Die Premiere am 24. März sowie die Vorstellungen am 14. April, 26. Mai und 16. Juni sind bereits ausverkauft. Aber für die weiteren Vorstellungen gibt es noch Karten.