Aachen: Wohnraumsituation verschärft sich weiter

Aachen : Wohnraumsituation verschärft sich weiter

Die Situation der verfügbaren Baugrundstücke in Aachen verschärft sich weiter. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten Immobilienbericht der Stadt hervorgeht, mangelt es erwartungsgemäß vor allem an Wohnraum im „unteren Segment“ — also an günstigen Behausungen.

Für den Bau von Studentenwohnheimen, Kindertagesstätten und Nahversorgungsmärkten fehlt im Stadtgebiet zusehends der Platz, was sich letztlich in den Grundstückpreisen niederschlägt.

Zusätzlicher Wohnraum für 1500

Fakt ist, dass das Stadtgebiet mit seinen 160,83 Quadratkilometern nicht größer wird. „Wir stellen nach wie vor fest, dass Aachen eine wachsende Stadt ist und wir entsprechenden Raum für Wohnungen benötigen“, sagte Manfred Sicking, Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen.

Dazu müsse man davon ausgehen, dass rund die Hälfte der derzeit in der Stadt untergebrachten Flüchtlinge dauerhaft hier bleiben würden. Folglich müssten für weitere ungefähr 1500 Menschen zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Damit das möglich wird, prüfen die Stadtplaner sowohl die Aufstockung bestehender Gebäude und die möglichst effiziente Bebauung der noch vorhandenen Flächen. Beispiele dafür sind etwa ein geplantes Mehrfamilienhaus an der Maria-Theresia-Allee mit 14 neuen Wohneinheiten oder die Bebauung am Kronenberg mit fünf Wohneinheiten.

Die drei größten Flächen für den öffentlichen geförderten Wohnungsbau sind mit 3600 Quadratmeter das Grundstück an der Brander Straße, eine 2600 Quadratmeter große Fläche an der Franz-Delheid-Straße sowie 1500 Quadratmeter an der Hubert-Spickernagel-Straße. Insbesondere die Gewoge hatte im vergangenen Jahr verschiedene Neubauprojekte im Segment des öffentlich geförderten Wohnungsbaus in Angriff genommen.

Bestand hinter Nachfrage

„Seit 2013 hat sich der Bau von Mehrgeschosswohnungsbauten fast verdoppelt“, betonte Norbert Plum, Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses. Dennoch hinke der tatsächliche Bestand der Nachfrage hinterher. Die Zurückhaltung einiger Bauherren angesichts der äußerst günstigen Zinskonditionen und der öffentlichen Fördermöglichkeiten beim Wohnungsbau könne er nur schwer nachvollziehen. Und angesichts des Flächenmangels in der Stadt müsse man konsequent den Weg der Nachverdichtung gehen, forderte Plum.

2015 erteilte die Stadt neue Baugenehmigungen für insgesamt 98 Wohngebäude mit einer Wohnung, zwölf mit zwei Wohnungen und 57 für drei oder mehr Parteien. Für rund 3,5 Millionen Euro hat die Stadt selbst 13 Grundstücke und Objekte aufgekauft und 52 wiederum für rund 17 Millionen Euro verkauft. Die prozentuale Mietpreissteigerung für Wohnungen im Stadtgebiet ist außerdem weiter gestiegen auf nun beinahe 8 Prozent.

Zusätzliche Arbeitsplätze

Weiter fortgeschritten ist indes auch der Verkauf von Grundstücken auf dem Gebiet des Gewerbeparks Brand. Die bereits verkauften Flächen werden demnach in Zukunft vor allem für die Bereiche Handwerk, Handel, Produktion und als Büroräume genutzt. Viele der Unternehmen, die auf das Gelände umziehen, planten laut dem Bericht, ihren Mitarbeiterstamm aufzustocken und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.