Aachen: Wohngemeinschaft als Alternative zum Altenheim?

Aachen: Wohngemeinschaft als Alternative zum Altenheim?

Das Leben in einer Wohngemeinschaft kann sehr angenehm sein. Die WG bietet geteilte Kosten, Gesprächspartner, gemeinsame Unternehmungen oder Hilfe in sämtlichen Lebenslagen. Auch ältere Menschen interessieren sich zunehmend für solche Wohnformen.

„Altenheime sind längst keine beliebte Möglichkeit mehr”, stellt Roswitha Damen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen und Vorstandsmitglied im Frauenrat NW, fest. Sie geht davon aus, dass diese Form nicht mehr lange existieren wird. „Es ist eine zu subjektive Art des Wohnens, der Kontakt zu anderen Menschen fehlt.”

Mit einer Fachveranstaltung zum Thema „Neues Wohnen im Alter” will der Frauenrat am 15. September über verschiedene Wohnmöglichkeiten informieren. Sabine Matzke von der Wohnbundberatung NRW wird einen Vortrag halten. Anschließend sollen in einer Podiumsdiskussion mit verschiedenen Gästen Fragen, Anregungen, Wünsche und Bedenken der Besucher aufgegriffen werden.

Auf diese Weise hofft Roswitha Damen, sowohl diejenigen anzusprechen, die sich noch nie mit einer solchen Frage auseinander gesetzt haben, als auch jene, die bereits eine gewisse Vorstellungen von einem Alterswohnsitz haben. „In einer Stadt mit der Größe wie Aachen sie hat, muss etwas entstehen, um Menschen in solchen Ideen zu unterstützen”, plädiert Damen.

Derzeit müssten Menschen, die an einer neuen Wohnsituation mit mehreren Parteien interessiert sind, einen Verein oder eine Genossenschaft gründen. „Dazu braucht man Intellekt und einen langen Atem”, so Damen weiter. Darum wäre eine Förderung über die öffentliche Hand oder eine Wohnungsbaugesellschaft eine sinnvolle Idee.

Auch müsste der Gruppenfindungsprozess und die Finanzierung begleitet werden.

Es gibt bereits mehrere Projekte in Aachen, die beispielsweise ein Mehr-Generationen-Wohnen anbieten. „Aber mein Traum wäre es, dass es Wohn-Angebote für ältere Menschen in allen Vierteln der Stadt gibt.”

Schließlich falle es älteren Menschen schwerer, sich im vorangeschrittenen Alter noch einmal auf ein neues Wohnumfeld einzustellen. Und auch aus diesem Grund sei es angebracht, über verschiedene Möglichkeiten bereits dann nachzudenken, wenn man noch etwas „jünger” sei, findet Roswitha Damen. Sie selbst denkt, ein Mehr-Generationen-Wohnen wäre eine der schönsten Ideen. Obwohl es natürlich auch viele andere Optionen gibt.

Welche davon auch für Aachen interessant wären, soll unter anderem bei der Fachveranstaltung thematisiert werden.