Wissenschaftliche Institute laden ein

Philosophie trifft auf Politik

Mitdiskutieren, interagieren, austauschen – auch in dieses Jahr bietet die Philosophische Matinee ihren Besuchern das, was ihnen bei abendlichen Talkshow-Programmen auf dem Bildschirm oft verwehrt wird: die aktive Teilnahme. Sie können in entspannter Atmosphäre den Vorträgen von Experten lauschen und mitdiskutieren.

Unter dem Motto „Philosophie trifft Politik“ geht die philosophische Matinee in die siebte Runde. Ausgerichtet vom Philosophischen Institut und dem Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen, dem Eine Welt Forum, Amnesty International und Logoi – dem Institut für Philosophie und Diskurs, präsentieren die Akteure im Logoi in der Jakobstraße eine spannende Auswahl an gesellschaftswissenschaftlichen Themen.

„Die Entwicklungen in der heutigen Gesellschaft konfrontieren uns mit tiefgreifenden Problemen und Fragen, mit denen wir uns befassen müssen“, stellt Jürgen Kippenhan vom Logoi heraus. Mit den philosophischen Abenden möchten die Organisatoren den Raum dafür schaffen. „Dabei bereiten die Referenten ihre Vorträge so vor, dass auch Laien alles verstehen“, betont Jan Salzmann vom Eine Welt Forum. Bei Essen und Trinken sollen junge und ältere Besucher zum Nachdenken angeregt werden.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet das Konzert des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad am 12. April, im Café Franz. Ahmad wurde im Jahr 2014 durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk als „Pianist in den Trümmern“ bekannt. Inzwischen lebt er als Flüchtling in Deutschland.

Am 30. Juni geht es um den längst inflationär verwendeten Begriff des Populismus. Was verbirgt sich dahinter? Stellt der Populismus eine Gefahr für die Demokratie dar oder ist es nicht gerade sein demokratisches Ideal, dem Volk wieder mehr direkten Einfluss auf die Politik zu schaffen? Markus Stepanians, Professor am Philosophischen Institut der Universität Bern, gibt Antworten.

Am 7. Juli trägt Corinna Mieth ihre Überlegungen zur vieldiskutierten Konsumentenethik vor. Die Professorin für Praktische Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum evaluiert unter anderem, inwieweit der Konsum von Produkten, die unter miserablen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, moralisch vertretbar ist.

Der Eintritt für die Matineen ist frei – mit Ausnahme des Konzerts. „Interessierte sollten rechtzeitig da sein“, empfiehlt Wolfgang Cornely von Amnesty International und stützt sich dabei auf seine bisherige Erfahrung. „Die 80 Plätze füllen sich immer sehr schnell“.